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Dr. h. c. Helene Weber

1881 – 1962

Als Zentrums-Abgeordnete saß Dr. h. c. Helene Weber (1881 – 1962) bereits in der Weimarer Nationalversammlung.

Als dunkel-dunkler Fleck auf ihrer sonst sehr anerkennenswerten Lebensleistung bleibt, dass sie sich trotz eindeutig gegenteiliger Meinung dem Druck ihrer Kollegen beugte und am 24. März 1933 dem Ermächtigungsgesetz zustimmte.

Ab 1945 Mitglied der CDU. 1948 Mitbegründerin und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Frauen der CDU/CSU (einer Vorläuferin der heutigen Frauen Union). Von 1951 bis 1958 war sie deren Vorsitzende. Sie galt als „einflussreichste Frau der Union“:

1946 Mitglied des ersten ernannten Landtags von Nordrhein-Westfalen, ab 1947 des Zonenbeirats der Britischen Zone.

Im Parlamentarischen Rat gehört sie als Schriftführerin dem Präsidium an.

Als Mitglied des Ausschusses für Grundsatzfragen war ihr besonders wichtig: Kulturpolitik, Regelungen zu Ehe und Familie, Gleichberechtigung der Geschlechter (schloss sich hier Friederike Nadig an).

In der Bundesrepublik:
1949-1962 Mitglied des Deutschen Bundestags, seit 1950 in der Beratenden Versammlung des Europarats, seit 1955 in der Versammlung der Westeuropäischen Union. 1950-1958 Vorstandsmitglied der Internationalen Liga der Katholischen Frauenverbände. Seit 1952 Vorsitzende im Kuratorium des Deutschen Müttergenesungswerks.
Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass Konrad Adenauer erstmalig die Leitung eines Ministeriums einer Frau übertrug (1961 an Elisabeth Schwarzkopf)

Ihr Glaube (röm.-kath.) prägt ihren Berufsweg, ihr soziales und politisches Engagement, ob als Lehrerin, in beruflichen und ehrenamtlichen Leitungsaufgaben, in der Verbandsarbeit oder als Politikerin.
Gerne zitiert wird ihr Ausspruch: „Der reine Männerstaat ist das Verderben der Völker.“

Ehrungen: 1956 Großes Bundesverdienstkreuz, 1961 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.

Bundesweit sind Straßen und Plätze nach ihr benannt.

Das Helene Weber Kolleg stärkt und vernetzt Politikerinnen und alle, die es noch werden wollen.

Seit 2009 würdigt und stärkt der Helene Weber-Preis (überparteilich) ehrenamtliche kommunale Mandatsträgerinnen, die sich durch herausragendes Engagement hervorgetan haben.