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Amal Clooney

geb. Alamuddin (*3. Februar 1978)

Heimat: persönliche Wurzeln

Sie wurde in Beirut (Libanon) als Älteste von vier Geschwistern geboren. Ihre Mutter arbeitete als Journalistin und Auslandskorrespondentin, ihr Vater ist Wirtschaftswissenschaftler. Die Familie gehört der Religion der „Drusen“ an – eine ursprünglich aus dem Islam hervorgegangene, mittlerweile eigenständige Religion, die alle andere Glaubensrichtungen vorbehaltlos anerkennt.

Als Amal etwa zwei Jahre alt war (um 1980) floh die Familie während des libanesischen Bürgerkriegs (1975 – 1990) nach London. Heimat war damit nicht mehr nur der Geburtsort, sondern wurde durch die Aufnahme der Familie in London auch Zuflucht – ein Ort der Sicherheit.

Amal Clooney beherrscht Arabisch, Französisch und Englisch fließend.
Im Libanon sind Arabisch die Amtssprache und Französisch eine wichtige Verwaltungs- und Bildungssprache. In Großbritannien kam natürlich Englisch dazu.

Sie studierte Jura in Oxford, GB und an der NYU School of Law in New York, USA. Sie spezialisierte sich auf Internationales Recht, Menschenrechte sowie Auslieferungs- und Strafrecht.

Recht auf Heimat: einzuklagendes und zu sicherndes universelles Menschenrecht

Amal Clooneys beruflicher Werdegang spiegelt ihren persönlichen Lebensweg wider – ihr Leben in und zwischen mehreren Kulturen, Sprachen und Rechtssystemen.

Sie arbeitete unter anderem am Internationalen Gerichtshof in Den Haag, im Büro des Chefanklägers beim Sondertribunal für den Libanon und beim Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien gearbeitet hat. Seit 2021 ist sie Sonderberaterin des Internationalen Strafgerichtshofs für den Darfur-Konflikt im Sudan.

Zu ihren Mandaten zählen prominente Persönlichkeiten wie Wikileaks-Gründer Julian Assange, die ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko oder die Friedensnobelpreisträgerinnen Nadia Murad und Maria Ressa. Auch Staaten wie Griechenland, die Malediven, Myanmar, die Türkei oder Venezuela vertrauten auf ihre Expertise.

Amal Clooney verbindet juristische Präzision stets mit einem klaren Ziel: Menschen ihr Recht auf Heimat – verstanden als Schutz, Würde und Sicherheit – zu sichern.

Als Verteidigerin setzt sie sich für Opfer von Vertreibung, Gewalt und Unterdrückung ein – zum Beispiel für die jesidische Friedensnobelpreisträgerin 2018 „Nadia Murad“, die von der Terrormiliz IS versklavt wurde. Clooney kämpft hier nicht nur für die Anerkennung der individuellen Geschichte, sondern auch dafür, dass alle IS-Opfer offiziell anerkannt werden, und dass die Terrororganisation IS als Ganzes wegen Völkermordes, Menschenhandel und sexueller Gewalt vor Gericht gestellt wird. Oder auch für die philippinische Journalistin und Friedensnobelpreisträgerin 2021 „Maria Ressa“ setzte sie sich ein, deren Einsatz für Pressefreiheit massiven Repressionen ausgesetzt war und ist.

Als Anklägerin wiederum arbeitet Amal Clooney daran, jene zur Verantwortung zu ziehen, die Heimat und Sicherheit anderer zerstören. So war sie z.B. am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Verfahren gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten „Slobodan Milošević“ beteiligt, der wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen angeklagt war. Darüber hinaus engagiert sie sich für die strafrechtliche Aufarbeitung weiterer Kriegsverbrechen, etwa im Sudan (Darfur-Konflikt).

Die Liste der Personen und Staaten, die Amal Clooney verteidigte oder anklagte, füllt viele Seiten.
Doch in beiden Rollen – als Verteidigerin wie auch als Anklägerin – verfolgt sie konsequent ein übergeordnetes Ziel: die universellen Menschenrechte zu schützen.
Und dazu gehört auch das Recht auf Heimat – verstanden als Sicherheit, Würde und Schutzraum für alle Menschen.

Neben ihrer anwaltlichen Tätigkeit lehrt Amal Clooney an Universitäten in Europa und den USA. Am 6. Februar 2025 z.B. wurde sie zur „Visiting Professor of Practice in International Law“ an der Blavatnik School of Government der Universität Oxford ernannt.

die „Clooney Foundation for Justice“

Zusammen mit ihrem Mann, George Clooney, gründete sie 2016 die Stiftung „Clooney Foundation for Justice“. Beide leiten zusammen als jeweilige Co‑Vorsitzende die Stiftung.

Die Stiftung setzt sich weltweit für Menschenrechte, Medienfreiheit und Frauenrechte ein. Über Programme wie „TrialWatch“ erhalten Opfer in rund 40 Ländern kostenlose Rechtshilfe.

Im August 2024 stufte Russland die Stiftung als „unerwünschte Organisation“ ein – ein Hinweis darauf, wie bedroht die Arbeit für Recht und Gerechtigkeit in autoritären Systemen ist. Auch dies verweist auf den Zusammenhang von Heimat und Recht: Wo Rechtsstaatlichkeit fehlt, wird Heimat fragil.

Anerkennung und Ehrungen

Amal Clooney erhielt in den letzten Jahren zahlreiche Ehrungen für ihr humanitäres Engagement und ihre juristische Exzellenz. Hier eine kleine Auswahl:

  • 2020 The Simon Wiesenthal Center: Humanitarian Award
  • 2021 Reporters Committee for Freedom of the Press: Freedom of the Press Award
  • 2022 Society of Writers to His Majesty’s Signet: Fellow of the WS Society
  • 2023 Katholieke Universiteit Leuven: Doctor Honoris Causa
  • 2024 Legal 500: Lawyer of the Year Award

✴️✴️✴️

🔍 externe weiterführende Informationen

  • Amal Clooney – doughty street chambers Profile
  • Amal Clooney – wikipedia DE
  • Amal Clooney – wikipedia EN
  • Clooney Foundation for Justice cfj
  • Russland erklärt „Clooney Foundation for Justice“ zu unerwünschter Organisation – deutschlandfunk vom 19.08.2024
  • Amal Clooney – Blavatnik School of Government Biographie

🔍 Serie „Heimaten“

  • HEIMATEN: Orte der Vielfalt – vielfältige Orte – wo Vielfalt zu Hause ist!?
  • Ruth Weisss
  • Nadia Murad blog 06/2025
  • Amal Clooney
  • Nadja Bennewitz
  • Heimat im MA und früher Neuzeit
  • Sanetta Joseftal
  • Elisabeth Bala
  • Melitta Bentz

Stand: 10.2025

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Nadia Murad – Heimat. Schicksal. Kampf.

🔴 Auszeichnung

Als erste irakische Staatsbürgerin und Angehörige der jesidischen Glaubensgemeinschaft erhielt Nadia Murad 2018 gemeinsam mit Dr. Denis Mukwege den Friedensnobelpreis – eine Würdigung ihres beharrlichen Einsatzes gegen sexualisierte Gewalt als Mittel der Kriegsführung.

Weitere Auszeichnungen:

  • 2016 Václav-Havel-Menschenrechtspreis durch die Parlamentarischen Versammlung des Europarates
  • 2016 Sacharow-Preis des EU-Parlaments
  • 2025 „Beloved Community Coretta Scott King Soul of the Nation Award“ durch „The King Center“, USA
  • 2025 „Abely Leading Women and Children to Safety Award

⛹️‍♀️ 🏘️ Kindheit und Jugend im Zeichen dörflicher, jesidischer Tradition

Ihr Heimatdorf war Kocho, District Sindschar, im Norden Iraks.
Kocho war klein, aber es war alles, was ich kannte. Es war mein Zuhause. …
Es war ein einfaches, verborgenes Leben. Alles, um das man sich kümmern musste, waren die Dinge und die Menschen um einen herum, und sie waren nah genug, um sie zu berühren. (Murad in: „Ich bin eure Stimme“)

Sie verlebte mit ihren Geschwistern eine unbeschwerte Kindheit und wuchs in einer engverbundenen Großfamilie auf. Ländliche Arbeiten wie Kartoffelanbau, Hühner- und Schafhaltung, traditionelles Brotbacken bestimmten ihren Alltag Sie hatte ein enges Verhältnis zu ihrer Mutter Shami, die sie als mutig und inspirierend beschreibt.

Ihr Kindheitstraum: Geschichtslehrerin oder Make-up-Künstlerin zu werden.

🗡️ Zäsur durch den IS-Terror

Mit 21 Jahren verlor sie ihre Heimat abrupt, als der „Islamische Staat“ am 3. August 2014 Kocho überfiel. Bei dem Massaker verlor Murad 18 Familienmitglieder, darunter sechs Brüder und ihre Mutter Shami, die als „zu alt für die Sklaverei“ kaltblütig ermordet wurde.

Sie wurde zusammen mit vielen anderen Frauen gefangen genommen, verschleppt, zwangskonvertiert und monatelang und in die sexuelle Sklaverei gezwungen . Nur durch den Mut einer muslimischen Familie in Mossul gelang ihr die Flucht aus der IS-Gefangenschaft.

🔵 Neuanfang und politisches Engagement

Seit 2015 lebt Murad unter anonymisiertem Schutz in Deutschland. Mit der von ihr gegründeten Organisation „Nadia’s Initiative“ setzt sie sich für den Wiederaufbau von Gemeinschaften ein, die von Völkermord und sexueller Gewalt betroffen sind – nicht nur im Irak, sondern z.B. auch in der Ukraine oder im Kosovo.
Konkrete Beispiele für ihr Engagement:

  • Aufbau von Frauenzentren im Irak, zur Stärkung von Bildung und Selbstständigkeit der Frauen.
  • Aufarbeitung der Massengräber im Zusammenhang mit dem Jesiden-Völkermord in Sindschar.

Gemeinsam mit Dr. Denis Mukwege gründete sie den „Global Survivors Fund“, der sich für den Zugang zu Entschädigungen für Überlebende von konfliktbezogener sexueller Gewalt einsetzt.

Gemeinsam mit ihrer Anwältin Amal Clooney arbeitet Murad daran, die IS-Verbrechen vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen.

Sie ist Mitglied des französischen Gender-Beirats, sie arbeitet an UN-Resolutionen mit, sie schreibt und veröffentlicht, …

✍️ Autobiografie und Zitate

In ihrer Autobiografie „Die letzte Frau“ (Originaltitel: The Last Girl) verbindet sie persönliche Erinnerungen mit einer Analyse von Heimatverlust und Identitätsbewahrung. Sie schreibt u.a.:

✅ „Meine Geschichte, die ich ehrlich und sachlich erzähle, ist die beste Waffe, die ich gegen den Terrorismus habe, und ich habe vor, sie einzusetzen, bis diese Terroristen vor Gericht gestellt werden. Es gibt noch so viel, was getan werden muss. Die führenden Politiker der Welt und insbesondere die religiösen Führer der Muslime müssen aufstehen und die Unterdrückten schützen.“

✅ „Ich denke immer noch, dass es eine der schlimmsten Ungerechtigkeiten ist, die ein Mensch erleiden kann, wenn er aus Angst gezwungen wird, sein Zuhause zu verlassen.“

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🔍 externe weiterführende Informationen

Nadia Murad

Nadia Murad in Artikel und Interviews

  • Expertengespräch mit Nadia Murad in hawarhelp, 28.03.2017
  • Nadia Murad: Eine Jesidin kämpft für Menschenrechte. Interview in Körber Stiftung, 02.10.2017, Moderation: Birgit Langhammer | NDR
  • ZDF: M. Lanz im Gespräch mit Nadia Murad und Jan Ilhan Kizilhan in youtube, 02.11.2017
  • Interview mit Nadia Murad in nationalgraphic, 19.01.2018 (Video)
  • Sie lässt sich nicht zum Schweigen bringen in Zeit, 05.10.2018 von Muri Darida
  • Nadia Murad: Der größte Preis wäre für mich, wenn der IS endlich vor Gericht gestellt wird“ in elle, 08.03.2020 von Louisa Markus
  • Aktivistin Murad: Sexuelle Sklaverei entschiedener bekämpfen in vaticannews, 20.03.2021, das Interview führte Alessandro Gisotti
  • Macht die Menschenrechte zur Priorität in schwaebische, 05.12.2024 von Hendrik Groth
  • Sacharow-Preis 2016: EU-Abgeordnete stellen die Nominierten vor, Europäisches Parlament 15.09.2016
  • EU-Parlament zeichnet Nadia Murad und Lamiya Aji Bashar mit dem Sacharow-Preis 2016 aus, Europäische Zeitung 1.11.2016
  • Nadia Murad erhält Václav-Havel-Menschenrechtspreis 2016, Europarat 10.10.2016
  • Menschenrechtspreis für Jesidin Murad DW 10.10.2016
  • The King Center, Atlanta, USA – pdf. S. 4
  • Carvd N Stone Artikel
  • Sanctuary for Families, NYC AbelyAwards

🔍 Weiterführende interne Links (Serie „Heimaten“)

Stand: 10.2025

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Ruth Weiss

26.07.1924 in Fürth, Bay. – 5.09.2025 in Ålborg, Dänemark

AUFENTHALT? HEIMAT?
„Die Frage war nur: Wo war ich zu Hause?“ *

🟠 So viel hat nicht gefehlt – und ich hätte diese Anti Apartheids- und Menschenrechts-Aktivistin, investigative Wirtschaftsjournalistin und Schriftstellerin ebenfalls als Friedensnobelpreisträgerin vorstellen können. 2005 wurde sie für den Friedensnobelpreis nominiert von „PeaceWomen Across the Globe“ im Rahmen des Vorschlags „1000 Women for the Nobel Peace Prize 2005“.

Ruth Weiss auf einer Veranstaltung im Nürnberger Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände im September 2020 – damit im Alter von 96 Jahren

🔴 An wichtigen weltweiten EHRUNGEN fehlte es ihr auch so nicht.

Ich vermute aufgrund ihrer Biografie, dass ihr von allen der 2023 verliehene südafrikanische Nationalorden „Companions of O.R.Tambo“ am meisten bedeutet haben dürfte.
Sie erhielt den Preis „für ihren Beitrag zum Befreiungskampf.
Ihre zahlreichen Schriften brachten die Ungerechtigkeiten in Südafrika ans Tageslicht. Sie war eine Quelle des Wissens für andere Journalisten und Aktivisten“.

🔔 über 100 Lebensjahre:

🌍 über 100 Lebensjahre: mindestens 66 Jahre davon geprägt von Ablehnung und Anfeindungen durch unterschiedliche Menschen, Gesellschaften und Staaten.
🌍 über 100 Lebensjahre geprägt von „TROTZDEM“: vom Anschreiben gegen Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus.

🌍 über 100 Lebensjahre: mindestens 66 Jahre davon geprägt von Flucht, Deportation, Ausweisung, Einreiseverweigerung und weitere Ausgrenzungen.
🌍 über 100 Lebensjahre geprägt von „TROTZDEM“: informieren, aufklären, schreiben, fragen, vernetzen, ausbilden afrikanischer lokaler Journalisten (ihr Konzept: „kontextueller Wirtschaftsjournalismus“).

🟣 TROTZDEM: sie ließ sich nicht entmutigen.

Sie engagierte sich und schrieb laut und vernehmlich – Partei ergreifend für andere diskriminierte, unterdrückte und verfolgte Menschen, Gruppen und Völker.

🟠 Wahrscheinlich ihre wichtigste Gründung und Aktivität (damals – und auch im Hinblick auf heutiges Quellenstudium)

Link-up Radio Services (1978 – Mitte der 1980er)

🟠 Sie schrieb und redete über die ihr wichtigen Themen vielfältig:

als gut vernetzte anerkannte Journalistin und als gut vernetzte und geschätzte Literatin von Sachbüchern, Romanen und Krimis – 💡 im Sinne des oft zitierten, aber nicht eindeutig zuzuordnenden Bonmots des Journalismus: „Nachrichten sind das, was jemand unterdrücken will. Alles andere ist Werbung.“

📚 Autobiografien

  • Noch im August 2025 (einem Monat vor ihrem Tod) erschien ihre neue Autobiografie: „Erinnern heißt Handeln: Mein Jahrhundertleben für Demokratie und Menschlichkeit“
  • * Wege im harten Gras – Autobiografie, 1995
  • Ihre erste Biografie: Ein Lied ohne Musik – politische Autobiographie, 1983

Biografie von Ruth Weiss
„Und dann gehörte ich nicht mehr dazu!“ – Und TROTZDEM!

🟠
Juli 1924: Geburt in Fürth – Kind einer deutschen jüdischen Familie
1936: Flucht mit den Eltern vor den Nazis nach Südafrika

Ihr über hundertjähriger Lebensweg ist geprägt von diesen beiden geografischen Polen und von der Erfahrung der Menschenrechtsmissachtung – HIER WIE DORT:

🟣
1953: Ehe mit dem Buchhändler Hans Weiss. Gemeinsam berichten sie – bis 1960 unter seinem Namen – für deutsche Medien über die Situation in Südafrika
1962 Scheidung

🌍
Ab 1960 arbeitet sie als Journalistin unter eigenem Namen – in Johannesburg/Südafrika, Salisbury/Rhodesien, London, Sambia (vormals Nordrhodesien)
1966 – 1992: Einreiseverbot durch die südafrikanische Regierung
1968: Ausweisung aus Rhodesien

Und TROTZDEM:

🟢
Ruth Weiss hielt Kontakt zu vielen Führern der afrikanischen Freiheitsbewegungen.

🟣
Sie interviewte bedeutende Persönlichkeiten wie die beiden Nobelpreisträger Nelson Mandela (1961) und Willy Brandt (1975). Sie begleitete unter anderem 1975 Außenminister Genscher auf seiner Afrikareise und 1982 Vertreter des Europäischen Parlaments nach Angola.

🟠
Sie war durchgängig journalistisch tätig – in Redaktionen, für Organisationen und als freie Autorin. Sie bildete Wirtschaftsjournalist*innen in Simbabwe aus (ehemals die britische Kronkolonie Südrhodesien).

🔴
Eine besonders wirkungsmächtige Gründung um das Jahr 1980 in London:
die Journalistengruppe „Link-up Radio Services“, die bis Mitte der 1980er aktiv war – bis heute eine wertvolle Quelle für Forschende.

🔵
Als Reaktion auf die Lancaster-House-Konferenz 1979, bei der die Unabhängigkeit Simbabwes verhandelt wurde, gründete Ruth Weiss mit internationalen Kolleg*innen das Radioprojekt Link-up Radio Services. Sie stellen Radiobeiträge und Tonaufnahmen her für Journalistinnen und Journalisten im südlichen Afrika.
Das Ziel: Dekolonisierung der Medienberichterstattung, Dokumentation von Zeitzeugnissen und subversive, die Medienzensur (im südlichen Afrika) umgehende Informationsverbreitung.

🟢Und TROTZDEM:
Sie hatte zuletzt ein sicheres Zuhause bei ihrem Sohn in Dänemark.

Sie konnte bis zuletzt die Früchte ihres Lebenswerks ernten: Sie wird über ihren Tod hinaus weltweit geachtet.

💡Beim Rückblick auf ihr Leben sagte sie:

„Ich habe nie akzeptiert, dass Menschen ausgegrenzt werden – weder in Deutschland noch in Südafrika.“

✴️✴️✴️

🔍 weiterführende externe Links (Auswahl):

Ruth Weiss – persönlich
Ruth Weiss – Überblick
Ruth Weiss – Artikel und Videos
FIDEW-Zeitschrift (FidEW: Verein „Frauen in der Einen Welt“)
  • FIDEW_Zeitschriften
    Ruth Weiss:
    „Die Vergangenheit vergeht nicht“ (1990 Sonderband 1: Flucht – Vertreibung – Exil – Asyl) pdf
  • Ruth Weiss: „Heimaten“ (in 02/2003 Heimaten) Artikel

🔍 Serie „Heimaten“

Stand 11.2025

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HEIMATEN – wo Vielfalt zu Hause ist!?

🟢 wer oder was ist „Heimat“?

  • etwas Gegenständliches, Abstraktes, Emotionales, Spirituelles …?
  • eine Person? die Familie, Ahnen, Freunde, …?
  • etwas Geliebtes, Gehasstes, Abgelehntes, Erhofftes, Ersehntes, Verlorenes, Betrauertes …?
  • Beruf, Kunst, Hobby …?
  • Lebewesen, Landschaft, Ort … ?

Gibt es nur DIE Heimat? Gibt es nur EINE Heimat? Schließen sich Heimaten aus?

Wer definiert „Heimat“? Gesetze? Politiker? Geld? Zeitgeist? Sprachlich Einheimische? …

Wie sprechen WIR von und über „Heimat“? Wie Künstler*innen? Wie Politiker*innen? Wie die Bewohner*innen eines Landes?

Was ist das Gegenteil von Heimat? Was denken Sie?
Feind, …? Nationalismus, …? Ausgrenzung, …? Macht, Gewalt, …? Sprachlosigkeit, …?

🔵 SO VIELE MENSCHEN – SO VIELE ANTWORTEN!

ein bunter Blumenstrauss -Sinnbild für einen bunten Strauss an Anworten

🟡 geläufige Assoziationen von „Heimat“

  • Zugehörigkeit, Selbstverständnis, Wurzeln, Identität, 
  • Ort der Selbstverwirklichung, Raum für aktive Lebensgestaltung,
  • Kindheit und Jugend, Erinnerungen, Vergangenheit,
  • Tradition, Sprache und Dialekt, Kulturelles Erbe, Bräuche und Sitten, Nation,
  • Geborgenheit, Sicherheit, Vertrautheit, Wohlfühlen, positive Gefühle, Nostalgie und Sehnsucht,
  • Familie, Freunde, Gemeinschaft, soziale Beziehungen,
  • Ort der Kindheit und des Aufwachsens, aktueller Wohnort, vertraute Umgebung, Territorium oder Region, Landschaft und Natur, Haus oder Wohnung,
  • Veränderung und Entwicklung,
  • ortsunabhängige Heimat, mehrfache Heimaten, virtuelle Heimat,
  • Tod, Unendlichkeit,
  • …?

🔴 Welcher Begriff/welches Gefühl von „Heimat“

gefällt Ihnen am besten? beschäftigt Sie am meisten? passt am besten zu Ihrer jetzigen Situation?

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🔍 Weiterführende externe Links

🌈 Es gibt Artikel, die nie veralten. Der Artikel „Heimaten“ von RUTH WEISS (* 26. Juli 1924, Fürth; † 5. September 2025 in Ålborg, Dänemark) gehört dazu!
Lesen Sie den Artikel in der FIDEW-Zeitschrift „02/2003 Heimaten“ – pdf

🔍 Serie „Heimaten“

Stand: 11.2025

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NARGES MOHAMMADI (*21.04.1972 in Zandschan, Iran)

#suedstaedterin

🔴 Narges Mohammadi gilt weltweit als eine der zentralen Stimmen des gewaltfreien Widerstands gegen das iranische Regime – als Frauenrechtlerin, Journalistin, politische Gefangene.

Für ihren Einsatz wurde ihr 2023 der FRIEDENSNOBELPREIS verliehen – „für ihren Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen im Iran und für die Förderung von Menschenrechten und Freiheit für alle“.

Als ihr Name bekanntgegeben wurde, saß sie im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran – erneut. Dort hatte sie über die Jahre unzählige Male eingesperrt verbracht. Seit 1998 summierten sich ihre Verhaftungen, Anklagen, Urteile und Haftzeiten auf etwa 14 Jahre – eine Strategie des Regimes, um sie zu zermürben. Doch Mohammadi widersteht.
Unbeugsam, mutig, klar.

Den Preis nahmen stellvertretend ihre 17-jährigen Zwillinge entgegen. Sie leben seit 2012 mit ihrem Vater in Frankreich im Exil. Die Kinder mussten ohne ihre Mutter aufwachsen.

🔴 Sie studierte zunächst Physik und wurde Ingenieurin.

🟣 Bereits während des Studiums begann sie, sich öffentlich zu engagieren: Sie schrieb Artikel, setzte sich für Frauenrechte ein, arbeitete später als Journalistin für reformorientierte Zeitungen. Sie wurde Mitglied im „Zentrum für die Verteidigung der Menschenrechte“ (DHRC), das von der Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi geleitet wird.

🟠 Das iranische Regime reagierte mit Härte. Immer wieder wurde sie inhaftiert – meist im Evin-Gefängnis, das für seine schlechten Haftbedingungen und die Misshandlung politischer Gefangener berüchtigt ist. Ihre Gesundheit leidet massiv unter der Haft.

Im Dezember 2024 wurde sie nach einer Operation an ihrem rechten Bein, bei der ein potenziell krebsartiger Tumor entfernt wurde, vorübergehend für 21 Tage aus dem Evin-Gefängnis entlassen, um sich medizinisch behandeln zu lassen. Sie ist im Moment (Juli 2025) noch in „medizinischer Freiheit“. Sie nutzt diese Zeit für internationale (warnende) Interviews.

Doch selbst auf Krankentransporten zeigt sie Widerstand: Als sie einmal in ein Krankenhaus gebracht wurde, rief sie laut den Slogan der iranischen Frauenbewegung: „Frau, Leben, Freiheit“.
Das Kopftuch, das der Staat ihr aufzwingen will, trägt sie bewusst nicht

🌍 Auch international ist ihr Schicksal natürlich bekannt. Organisationen, Medien, Politiker*innen und Privatpersonen fordern seit Jahren ihre Freilassung. Trotzdem wird sie 2024 erneut verurteilt – zwei weitere Jahre Haft, wegen angeblicher „Propaganda gegen das System“. Ein Urteil unter vielen.

💡Motto der iranischen Frauen auf der Folie: Frau Leben Freiheit!

🔍 Weiterführende externe Links:

Narges Mohammadi

Narges Mohammadi – persönlich

🔍 Interne Links – blog Friedensnobelpreisträgerinnen:

Stand 07.2025

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MARIA RESSA (*2.10.1963)

#suedstaedterin

🔴 Maria Ressa wurde 1963 in Manila auf den Philippinen geboren – und kämpft heute an vorderster Front für eines der grundlegendsten Rechte: Meinungsfreiheit.

Als Journalistin, Herausgeberin und Mitgründerin des Nachrichtenportals Rappler hat sie sich dem Schutz demokratischer Werte verschrieben – gegen Desinformation, gegen staatliche Einschüchterung, gegen das Vergessen.

2021 wurde sie dafür – gemeinsam mit dem russischen Journalisten Dmitri Muratow – mit dem FRIEDENSNOBELPREIS ausgezeichnet.

🔵 Ihr Lebensweg ist von Bewegung und Neuanfang geprägt.

Nach dem frühen Tod ihres Vaters zog sie mit ihrer Familie als Kind in die USA. Dort war sie nicht nur eine herausragende Schülerin, sondern sie erlernte auch acht Instrumente und brillierte im Sport.

Sie studierte Biologie und Englisch an der Princeton University und kehrte mit einem Fulbright-Stipendium zurück auf die Philippinen.

Dort erlebte sie die gewaltlose „People Power Revolution“ mit. Diese beendete 1986 die 20-jährige Diktatur Ferdinand Marcos’ – ein Schlüsselmoment für ihr späteres politisches Engagement.

🟢Beruflich wurde sie eine der bekanntesten investigativen Journalistinnen Asiens:

  • sie arbeitete als leitende Investigativreporterin (Bereich Asien) für CNN International (1987 – 2005)
  • sie leitete die Nachrichtenabteilung des philippinischen ABS-CBN (2004 bis 2010)
  • und gründete 2012 gemeinsam mit Kolleg:innen das digitale Nachrichtenportal „Rappler

🔵 Ressa veröffentlichte zwei Bücher über den Aufstieg des Terrorismus in Asien – und machte sich international einen Namen als unerschrockene Analystin und Aufklärerin.

🟠 Doch ihr mutiger Journalismus hatte einen Preis. Weil sie über Korruption, Menschenrechtsverletzungen und die gezielte Verbreitung von Desinformation durch Regierungskreise berichtete, wurde sie zunehmend zur Zielscheibe staatlicher Repression.

Seit 2018 laufen mehrere Verfahren gegen sie, 2020 wurde sie wegen angeblicher Verleumdung verurteilt.

🏆 Trotz aller Versuche, sie zum Schweigen zu bringen, blieb sie sichtbar – und wurde vielfach ausgezeichnet:
• 2014 erhielt sie den Freedom Flame Preis der Friedrich-Naumann-Stiftung
• 2018 ernannte sie das Time Magazine zur „Person des Jahres“
• 2021 erhielt sie den UNESCO/Guillermo Cano World Press Freedom Prize
• 2022 verlieh ihr die MacEwan University die Ehrendoktorwürde
• 2024 bekam sie den Cannes LionHeart Award

💡 Zitat auf der Folie: „Journalismus ist der Sauerstoff der Demokratie. Ohne ihn können wir nicht überleben.“

🔍 weiterführende externe Links:

Maria Ressa

🔍 interne Links – blog Friedensnobelpreisträgerinnen:

Stand 07.2025

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NADIA MURAD (*1993, Irak)

#suedstaedterin

🟠 Nadia Murad wurde am 10. März 1993 im Irak geboren – als Angehörige der jesidischen Minderheit in der Region Sindschar.

2014 veränderte sich ihr Leben für immer: Der sogenannte „Islamische Staat“ überfiel ihre Heimat, tötete Tausende Jesiden, verschleppte Frauen und Kinder, verübte systematische sexuelle Gewalt. Nadia Murad war eine der Überlebenden dieses Völkermords.

Sie wurde verschleppt, versklavt, missbraucht – doch sie konnte fliehen. Seitdem erhebt sie ihre Stimme. Für sich. Für ihre Familie. Für Tausende andere.

🟣 Murads Engagement begann unmittelbar nach ihrer Flucht. Sie sprach öffentlich über das, was ihr angetan wurde – nicht aus Sensationslust, sondern aus Notwendigkeit. Damit die Welt vom Schicksal der Jesiden erfährt. Damit solche und speziell die IS-Verbrechen nicht ungesühnt bleiben. Damit Überlebende Gerechtigkeit erfahren.

🔴 für diesen Einsatz wurde sie 2018 – als erste Jesidin und Irakerin – mit dem FRIEDENSNOBELPREIS 2018 ausgezeichnet, gemeinsam mit dem kongolesischen Arzt Dr. Denis Mukwege.
Der Preis würdigte „ihre Bemühungen, der sexuellen Gewalt als Waffe in Kriegen und bewaffneten Konflikten ein Ende zu setzen“.

Darüber hinaus

  • ist sie seit September 2016 die erste UNODC-Sonderbotschafterin „für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel“
  • erhielt sie 2016 den Václav-Havel-Menschenrechtspreis von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates
  • und ebenfalls 2016 den Sacharow-Preis des EU-Parlaments
  • erhielt zahlreiche weitere internationale Preise
  • sprach vor den Vereinten Nationen

🌍 gemeinsam mit ihrer Anwältin Amal Clooney arbeitet Murad daran, die IS-Verbrechen vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen

🟢 im Januar 2018 gründete sie ihre Organisation „Nadia’s Initiative“, die sich dem Wiederaufbau ihrer zerstörten Heimatregion Sindschar widmet. Ziel ist es, dort wieder lebenswichtige Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Bildung und Sicherheit aufzubauen – damit Menschen zurückkehren und wieder leben können.

🟣 außerdem gründete sie gemeinsam mit Dr. Denis Mukwege den „Global Survivors Fund“, der sich für den Zugang zu Entschädigungen für Überlebende von konfliktbezogener sexueller Gewalt einsetzt

🟠 sie fordert, dass Regierungen und internationale Organisationen den Wiederaufbau des jesidischen Gebiets unterstützen und mithelfen, die Sicherheit im Nordirak zu verbessern

🔴 weiteres internationales Engagement

Nadia Murad setzt sich heute weltweit für Gleichstellung, Gerechtigkeit und das Ende geschlechtsspezifischer Gewalt ein. Sie arbeitet an Resolutionen mit, berät Regierungen und internationale Organisationen – und bleibt dabei zutiefst verbunden mit ihrer jesidischen Herkunft.

🔵 sie lebt seit 2015 in Deutschland

💡Zitat auf der Folie: „Ich denke immer noch, dass es eine der schlimmsten Ungerechtigkeiten ist, die ein Mensch erleiden kann, wenn er aus Angst gezwungen wird, sein Zuhause zu verlassen.“ (Nadia Murad, The Last Girl: My Story of Captivity, and My Fight Against the Islamic State)

🔍 weiterführende externe Links:

Nadia Murad

Nadia Murad in Artikel und Interviews

  • Expertengespräch mit Nadia Murad in hawarhelp, 28.03.2017
  • Nadia Murad: Eine Jesidin kämpft für Menschenrechte. Interview in Körber Stiftung, 02.10.2017, Moderation: Birgit Langhammer | NDR
  • ZDF: M. Lanz im Gespräch mit Nadia Murad und Jan Ilhan Kizilhan in youtube, 02.11.2017
  • Interview mit Nadia Murad in nationalgraphic, 19.01.2018 (Video)
  • Sie lässt sich nicht zum Schweigen bringen in Zeit, 05.10.2018 von Muri Darida
  • Nadia Murad: Der größte Preis wäre für mich, wenn der IS endlich vor Gericht gestellt wird“ in elle, 08.03.2020 von Louisa Markus
  • Aktivistin Murad: Sexuelle Sklaverei entschiedener bekämpfen in vaticannews, 20.03.2021, das Interview führte Alessandro Gisotti
  • Macht die Menschenrechte zur Priorität in schwaebische, 05.12.2024 von Hendrik Groth

🔍 interne Links – blog Friedensnobelpreisträgerinnen:

Stand 06.2025

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MALALA YOUSAFZAI (*1997)

#suedstaedterin

🔴 Sie erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen – unter anderem

  • den FRIEDENSNOBELPREIS 2014 für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und für das Recht aller Kinder auf Bildung, speziell ihr Einsatz für das Recht der Mädchen auf Bildung. Sie erhielt den Preis gemeinsam mit Kailash Satyarthi.
  • den Sacharow-Preis 2013 des Europaparlaments, ebenfalls als jüngste Preisträgerin jemals.
  • Ernennung zur Uno-Friedensbotschafterin 2017

🟢 Biografisches

Malala Yousafzai wurde 1997 im pakistanischen Swat-Tal geboren – in einer Zeit, in der Mädchen in ihrer Heimatregion zunehmend aus dem öffentlichen Leben gedrängt wurden. Doch statt sich zurückzuziehen, erhob sie die Stimme. Und wurde zur jüngsten Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte.

🔵 Schon früh war Bildung in ihrem Leben zentral.

Ihre Eltern betrieben eigene Schulen, ihr Vater war selbst Lehrer. – Und er war es auch, der sie ermutigte, sich politisch zu äußern.
Ab 2009 – da war sie erst zwölf Jahre alt – schrieb sie unter Pseudonym für einen Blog der BBC. Sie schilderte das Leben unter der Herrschaft der Taliban, vor allem das Schulverbot für Mädchen.
Sie selbst ignorierte dieses Verbot – und ging weiter zur Schule.

🔴 2012 wurde sie für diesen Mut beinahe mit dem Leben bezahlt. Taliban-Kämpfer verübten ein Attentat auf sie. Malala überlebte schwer verletzt. Nach langen Krankenhausaufenthalten in Pakistan und Großbritannien lebt sie heute in England.

Sie studierte in Oxford Philosophie, Politik und Wirtschaft – und schloss ihr Studium 2020 ab.

🌍 Engagement

Doch sie blieb nicht nur Studentin.

🟣 Schon 2013 gründete sie gemeinsam mit ihrem Vater den Malala Fund – mit dem Ziel, jedes Mädchen auf der Welt mit kostenloser, sicherer und hochwertiger Bildung zu erreichen. Der Fund unterstützt lokale Bildungsaktivist:innen und wirkt politisch, um strukturelle Hindernisse zu beseitigen.

Der erste große Beitrag kam von Angelina Jolie – inzwischen wird die Stiftung von zahlreichen privaten und institutionellen Partnern unterstützt.

🌍 Heute ist der Malala Fund in fünf Ländern aktiv, mit dem Ziel, sich in den kommenden Jahren zu verdoppeln. Und Malala bleibt sichtbar: auf Konferenzen, bei UNO-Veranstaltungen –
Nicht zu vergessen ihre social media-Aktivitäten, z.B. ihr persönlicher instagram account #malala mit 2 Mio followern

✅ Zitat:

„Mit Waffen kann man Terroristen töten, mit Bildung kann man Terrorismus töten.“

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ELLEN JOHNSON SIRLEAF (*1938)

#suedstaedterin

🔴 Ellen Johnson Sirleaf – eine Pionierin Afrikas

Ellen Johnson Sirleaf wurde 1938 in Liberias Hauptstadt Monrovia geboren – und schrieb Geschichte:
Als erste demokratisch gewählte Präsidentin Afrikas regierte sie von 2006 bis 2018 ein vom Bürgerkrieg erschöpftes Land.

2011 wurde sie dafür – gemeinsam mit ihrer Landsfrau Leymah Gbowee und der Jemenitin Tawakkol Karman – mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Gewürdigt wurde ihr Einsatz für Demokratie, Frauenrechte und gesellschaftlichen Wiederaufbau.

🟢 Ihr Weg zur politischen Führungsfigur war alles andere als geradlinig.

In den 1960er Jahren zog sie mit einem selbstorganisierten Stipendium in die USA. Dort studierte sie Betriebs- und Volkswirtschaft und machte ihren Master an der Harvard-Universität.

Ihre Ehe zerbrach an dem, was ihren Mann empörte, aber für ihren Lebens- und Berufsweg entscheidend war: Selbstbewusstsein, Bildung, Unabhängigkeit.

🌍 Sirleafs berufliches Profil war international geprägt.

Sie arbeitete in Führungspositionen bei der Weltbank, den Vereinten Nationen und weiteren Organisationen – mit Schwerpunkt auf Finanz- und Entwicklungspolitik. Auch in Liberia war sie zwei Mal Finanzministerin.

Ihr Engagement brachte sie jedoch immer wieder in Gefahr:
Zwei Mal wurde sie inhaftiert, zwei Mal ins Exil gezwungen – zuletzt während der Jahre der Diktatur und des Bürgerkriegs.

🔵 Rückkehr nach Liberia

2003 kehrte sie zurück – nach dem Ende des 14-jährigen Bürgerkriegs. Drei Jahre später wurde sie zur Präsidentin gewählt.


🔴 In ihrer Amtszeit setzte sie zahlreiche Reformen um:

  • Sie rief die „Kommission für Wahrheit und Versöhnung“ ins Leben, um die Gräueltaten des Krieges aufzuarbeiten
  • Sie führte kostenlose Grundschulbildung ein
  • Sie stärkte Frauenrechte, u. a. mit einem Gesetz gegen Vergewaltigung, neuen Programmen für Landfrauen, einem eigenen Fonds für Marktfrauen und kostenlosen reproduktiven Gesundheitsdiensten
  • Sie belebte die Wirtschaft und setzte sich für internationale Partnerschaften ein
  • Und sie war Mitbegründerin des „International Institute for Women in Political Leadership“

🟣Doch ihre Präsidentschaft blieb nicht ohne Kritik:

  • Die Korruption im Land konnte sie nicht eindämmen
  • Die soziale Ungleichheit blieb hoch – rund 80 % der Bevölkerung lebten weiter in extremer Armut
  • Homosexuelle Handlungen blieben in Liberia gesetzlich kriminalisiert – eine Haltung, die sie öffentlich verteidigte
  • Auch der Verdacht auf Wahlmanipulationen und politische Einflussnahme blieb im Raum stehen

🔴 Ellen Johnson Sirleaf ist eine Person voller Spannungen:

Symbol für Fortschritt – und Angriffsfläche für Enttäuschung.
Für viele Frauen in Afrika bleibt sie ein Vorbild – nicht trotz, sondern auch wegen dieser Widersprüche.

💡Zitat auf der Folie:

„Wenn Deine Träume dich nicht erschrecken, sind sie nicht groß genug.“

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TAWAKKOL KARMAN (*1979)

#suedstaedterin

🔴Tawakkol Karman: Eine Hoffnungsträgerin des Jemen

Wenn man auf die jüngste Geschichte des Jemen blickt, begegnet man oft Bildern von Unruhen, Unterdrückung und Krieg. Doch mittendrin ein Name, der Hoffnung macht: Karman Tawakkol.

Geboren am 7. Februar 1979 in der damaligen Jemenitischen Arabischen Republik, wurde T. Karman zu einer der kraftvollsten Stimmen des Arabischen Frühlings – und 2011 als bis dahin jüngste Person mit dem FRIEDENSNOBELPREIS ausgezeichnet.

🔵 Schon früh wurde sie mit konkretem politischem Handeln vertraut. In ihrer Kindheit diskutierte sie mit ihrem Vater, einem früheren Innenminister, der 1994 aus Protest gegen politische Entwicklungen zurücktrat. Diese familiäre Offenheit prägte sie – ebenso wie ihr späteres Studium der Politikwissenschaft. Sie wurde Journalistin.

💪 Der Start für ihr eigenes gesellschaftliches, politisches Engagement

2005 gründete sie die Organisation „Journalistinnen ohne Ketten“, um gegen Zensur und für Pressefreiheit zu kämpfen. Ein Kampf, der viel Mut einforderte.
Sie organisierte Massenproteste, rief über SMS-Kampagnen zu zivilem Widerstand auf, forderte Meinungsfreiheit, die Freilassung politischer Gefangener – und ein Ende von Korruption und Tyrannei.

🏴„Arabischer Frühling“ 2010/11

Während der Proteste des Arabischen Frühlings wurde sie zur Symbolfigur. Die internationale Presse nannte sie „das Gesicht der jemenitischen Protestbewegung“.

Sie gründete den „Peaceful Revolutionary Youth Council“, mobilisierte Tausende – und ließ sich weder von Verhaftungen noch Todesdrohungen einschüchtern, selbst nicht, als sie auch von jemenitischen Frauen bedroht wurde. Ihr Einsatz blieb gewaltfrei – und unerbittlich.

👥 Doch Karman Tawakkol denkt weiter und darüber hinaus.

Mit ihrer „Tawakkol Karman Foundation“ (TKF) engagiert sie sich für Bildung, Frauenrechte, gegen Kinderehen, für gute Regierungsführung und Gesundheitsförderung. Ihre Stiftung vergibt z. B. Stipendien für junge Menschen, die in Istanbul studieren wollen – ein konkreter Beitrag zu langfristigem Wandel.

Darüber hinaus fördert sie die Versöhnung der verschiedenen muslimischen Richtungen, aber auch das Miteinander verschiedener Religionen

🌍 internationales Engagement:

Ihr Engagement endet nicht an der Landesgrenze. Sie ist Mitglied der „Nobel Women’s Initiative“, sprach bei der Münchner Sicherheitskonferenz, dem Nobel Prize Dialogue in Sydney und an Universitäten weltweit. Auch zu internationalen Konflikten – etwa im Nahen Osten oder in Myanmar – bezieht sie öffentlich Stellung.

💡Zitat auf der Folie:

Frauen sollten aufhören, Teil des Problems zu sein oder sich als Teil des Problems zu fühlen, und Teil der Lösung werden. – Wir wurden lange Zeit an den Rand gedrängt, und jetzt ist es an der Zeit, dass Frauen aufstehen und aktiv werden, ohne um Erlaubnis oder Akzeptanz bitten zu müssen.

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Tawakkol Karman
Tawakkol Karman – persönlich

eigene Webseite (EN)

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