geb. Alamuddin (*3. Februar 1978)

Heimat: persönliche Wurzeln

Sie wurde in Beirut (Libanon) als Älteste von vier Geschwistern geboren. Ihre Mutter arbeitete als Journalistin und Auslandskorrespondentin, ihr Vater ist Wirtschaftswissenschaftler. Die Familie gehört der Religion der „Drusen“ an – eine ursprünglich aus dem Islam hervorgegangene, mittlerweile eigenständige Religion, die alle andere Glaubensrichtungen vorbehaltlos anerkennt.
Als Amal etwa zwei Jahre alt war (um 1980) floh die Familie während des libanesischen Bürgerkriegs (1975 – 1990) nach London. Heimat war damit nicht mehr nur der Geburtsort, sondern wurde durch die Aufnahme der Familie in London auch Zuflucht – ein Ort der Sicherheit.
Amal Clooney beherrscht Arabisch, Französisch und Englisch fließend.
Im Libanon sind Arabisch die Amtssprache und Französisch eine wichtige Verwaltungs- und Bildungssprache. In Großbritannien kam natürlich Englisch dazu.
Sie studierte Jura in Oxford, GB und an der NYU School of Law in New York, USA. Sie spezialisierte sich auf Internationales Recht, Menschenrechte sowie Auslieferungs- und Strafrecht.

Recht auf Heimat: einzuklagendes und zu sicherndes universelles Menschenrecht

Amal Clooneys beruflicher Werdegang spiegelt ihren persönlichen Lebensweg wider – ihr Leben in und zwischen mehreren Kulturen, Sprachen und Rechtssystemen.
Sie arbeitete unter anderem am Internationalen Gerichtshof in Den Haag, im Büro des Chefanklägers beim Sondertribunal für den Libanon und beim Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien gearbeitet hat. Seit 2021 ist sie Sonderberaterin des Internationalen Strafgerichtshofs für den Darfur-Konflikt im Sudan.
Zu ihren Mandaten zählen prominente Persönlichkeiten wie Wikileaks-Gründer Julian Assange, die ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko oder die Friedensnobelpreisträgerinnen Nadia Murad und Maria Ressa. Auch Staaten wie Griechenland, die Malediven, Myanmar, die Türkei oder Venezuela vertrauten auf ihre Expertise.
Amal Clooney verbindet juristische Präzision stets mit einem klaren Ziel: Menschen ihr Recht auf Heimat – verstanden als Schutz, Würde und Sicherheit – zu sichern.

Als Verteidigerin setzt sie sich für Opfer von Vertreibung, Gewalt und Unterdrückung ein – zum Beispiel für die jesidische Friedensnobelpreisträgerin 2018 „Nadia Murad“, die von der Terrormiliz IS versklavt wurde. Clooney kämpft hier nicht nur für die Anerkennung der individuellen Geschichte, sondern auch dafür, dass alle IS-Opfer offiziell anerkannt werden, und dass die Terrororganisation IS als Ganzes wegen Völkermordes, Menschenhandel und sexueller Gewalt vor Gericht gestellt wird. Oder auch für die philippinische Journalistin und Friedensnobelpreisträgerin 2021 „Maria Ressa“ setzte sie sich ein, deren Einsatz für Pressefreiheit massiven Repressionen ausgesetzt war und ist.

Als Anklägerin wiederum arbeitet Amal Clooney daran, jene zur Verantwortung zu ziehen, die Heimat und Sicherheit anderer zerstören. So war sie z.B. am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Verfahren gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten „Slobodan Milošević“ beteiligt, der wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen angeklagt war. Darüber hinaus engagiert sie sich für die strafrechtliche Aufarbeitung weiterer Kriegsverbrechen, etwa im Sudan (Darfur-Konflikt).
Die Liste der Personen und Staaten, die Amal Clooney verteidigte oder anklagte, füllt viele Seiten.
Doch in beiden Rollen – als Verteidigerin wie auch als Anklägerin – verfolgt sie konsequent ein übergeordnetes Ziel: die universellen Menschenrechte zu schützen.
Und dazu gehört auch das Recht auf Heimat – verstanden als Sicherheit, Würde und Schutzraum für alle Menschen.
Neben ihrer anwaltlichen Tätigkeit lehrt Amal Clooney an Universitäten in Europa und den USA. Am 6. Februar 2025 z.B. wurde sie zur „Visiting Professor of Practice in International Law“ an der Blavatnik School of Government der Universität Oxford ernannt.

die „Clooney Foundation for Justice“
Zusammen mit ihrem Mann, George Clooney, gründete sie 2016 die Stiftung „Clooney Foundation for Justice“. Beide leiten zusammen als jeweilige Co‑Vorsitzende die Stiftung.
Die Stiftung setzt sich weltweit für Menschenrechte, Medienfreiheit und Frauenrechte ein. Über Programme wie „TrialWatch“ erhalten Opfer in rund 40 Ländern kostenlose Rechtshilfe.
Im August 2024 stufte Russland die Stiftung als „unerwünschte Organisation“ ein – ein Hinweis darauf, wie bedroht die Arbeit für Recht und Gerechtigkeit in autoritären Systemen ist. Auch dies verweist auf den Zusammenhang von Heimat und Recht: Wo Rechtsstaatlichkeit fehlt, wird Heimat fragil.

Anerkennung und Ehrungen
Amal Clooney erhielt in den letzten Jahren zahlreiche Ehrungen für ihr humanitäres Engagement und ihre juristische Exzellenz. Hier eine kleine Auswahl:
- 2020 The Simon Wiesenthal Center: Humanitarian Award
- 2021 Reporters Committee for Freedom of the Press: Freedom of the Press Award
- 2022 Society of Writers to His Majesty’s Signet: Fellow of the WS Society
- 2023 Katholieke Universiteit Leuven: Doctor Honoris Causa
- 2024 Legal 500: Lawyer of the Year Award
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🔍 externe weiterführende Informationen
- Amal Clooney – doughty street chambers Profile
- Amal Clooney – wikipedia DE
- Amal Clooney – wikipedia EN
- Clooney Foundation for Justice cfj
- Russland erklärt „Clooney Foundation for Justice“ zu unerwünschter Organisation – deutschlandfunk vom 19.08.2024
- Amal Clooney – Blavatnik School of Government Biographie
🔍 Serie „Heimaten“
- HEIMATEN: Orte der Vielfalt – vielfältige Orte – wo Vielfalt zu Hause ist!?
- Ruth Weisss
- Nadia Murad blog 06/2025
- Amal Clooney
- Nadja Bennewitz
- Heimat im MA und früher Neuzeit
- Sanetta Joseftal
- Elisabeth Bala
- Melitta Bentz
Stand: 10.2025

































