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Xanthippe

3 Frauen – 3 Länder – 3 Zeiten – 1 Problem: über Jahrhunderte dauernde üble Nachrede

Die „Älteste“: Xanthippe
Lebensdaten sind von ihr nicht überliefert. Man muss diese ableiten von den Lebensdaten ihres Mannes, dem griechischen Philosophen Sokrates (469–399 v. Chr.)

Sie steht sprichwörtliche für die „böse“ Ehefrau, übellaunig, streitsüchtig und unerträglich, die dem Ehemann das Leben schwer macht und damit „aus dem Haus treibt“.
Die Quellen? Vorrangig die Freunde und Anhänger des Sokrates.

Sokrates musste durch ein Erbe keinem Erwerbsberuf nachgehen und konnte sich voll der Philosophie hingeben. Seine Freunde und Schüler profitierten nicht nur davon, sondern auch von seiner finanziellen Großzügigkeit.
Xanthippe und Sokrates hatten zusammen drei Söhne. Dass Xanthippe als Verantwortliche für „Haus und Hof“ den sorglosen und verschwenderischen Umgang ihres Mannes mit Geld nicht gut hieß, ist nachvollziehbar. Dass sie ihm deswegen Vorwürfe machte, auch. Und dass die Freunde auf Xanthippe sauer waren, auch.

Wir sollten fairer mit ihr umgehen und das einseitige Bild damit ergänzen:
ein wesentlich unbekannterer Erzählstrang beschreibt sie als selbstbewusste Frau, als ebenbürtige Gesprächspartnerin ihres Mannes, als hervorragende Hausfrau und als „vorbildliche, geduldige Ehefrau“.