Nibelungensage, Nibelungenlied

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GRUNDGERÜST, ROTER FADEN DES DRAMAS
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GRUNDGERÜST, ROTER FADEN DES DRAMAS

Teil 1:
Königshaus Burgund in Worms:
– Mutter Ute/Oda – Vater Dankrat
– Geschwister Kriemhild/Grimhild/Gudrun, Gunther/Gunnar und Hagen/Hogni

Kriemhild heiratet den als Säugling ausgesetzten Königssohn Siegfried/Sigurd (der Drachentöter: ermöglicht durch Kraft + Reichtum des Nibelungenhortes und Tarnkappe, erbeutet vom Stamm der Nibelungen)
Burgunderkönig Gunther heiratet Königin Brunhilde/Brynhild (Isländerin, aus dem Stamm der Sueben)

Die Schwägerinnen Kriemhild und Brunhild konkurrieren miteinander, nicht zuletzt um Gleichrangigkeit, um Macht.

10 Jahre nach der Heirat verrät Kriemhild ihrer Schwägerin, dass diese in ihrer Hochzeitsnacht durch die „Kumpanei“ ihrer beider Ehemänner betrogen wurde. Das löst bei Brunhilde Hass und Rachegefühle, aus. Brunhilde fordert ihren Mann Gunther auf, seinen Schwager Siegfried zu töten. Nicht Gunther, sondern Hagen führt den Mord aus.

Teil 2:
Kriemhild sinnt auf Rache.

13 Jahre nach Siegfrieds Tod heiratet Kriemhild König Etzel (Attila? Aetius?)
Auf Kriemhilds Druck hin lädt Etzel 13 Jahre später Kriemhilds Brüder zu einem „Versöhnungsessen“ ein.
Die Brüder kommen mit großem Gefolge. Weil sie misstrauisch sind, behält Hagen seine Waffen an (eine grobe Beleidigung des Gastgebers).
Es kommt zum Streit, zum Kampf zwischen Gastgeber und Gäste samt deren Gefolgsleute. Alle Gäste werden getötet. Gunther auf Befehl Kriemhilds. Hagen durch Enthauptung durch Kriemhild selbst. Kriemhild wird durch einen Gefolgsmann Hagens getötet.

SAGE, LIED

Es existieren zwei Sagenstränge in verschiedenen Fassungen (alten Liedern, Heldensagen). Beide Sagenstränge berichten von Aufstieg und Ende zweier Germanenstämme, den „Sueben“ und den „Niflungen/Nibelungen“.
Beim Lied werden diese verschiedenen Fassungen zusammengeführt. Namen, Orte und „Historie“ variieren in den Liedfassungen mehr oder weniger. Teile weiterer Sagen werden an einigen Stellen mit eingewoben. Weitere Personen bekommen eine tragende Rolle.
Die erste Nibelungenschrift, die uns erhalten blieb, wurde um 1200 niedergeschrieben.
In den letzten beiden Jahrhunderten gab es einen regelrechten „Nibelungen-Hype“. U.a. Kinder und Straßen wurden nach diesen „Heldinnen und Helden“ benannt.
Die bekannteste Nachdichtung „Der Ring des Nibelungen“ ist heute der aus vier Teilen bestehende Opernzyklus von Richard Wagner
Auch die Stummfilmklassiker „Die Nibelungen“ von Regisseur Fritz Lang (1924) kann man heutzutage in youtube ansehen.
Dazu gibt es eine Unzahl von weiteren künstlerischen Werken und von Benennungen (von Baumalleen über Stadtviertel bis hin zu Museen).
Dass sich die NS-Ideologie dieses „Nationalepos“ bemächtigt, ausgeschlachtet und instrumentalisiert hat (bis hin zur sog. „Dolchstoß-Legende“) ist kein Ruhmesblatt – und hat negative Auswirkungen bis heute.

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Stand: 03.2024