Landkreis Nürnberger Land – Straßen, Wege und öffentliche Räume

Acht Orte im Landkreis Nürnberger Land. Und ein Befund, der sich durch fast alle zieht: Die Nibelungen sind überall. Brunhilde in Burgthann und Schwarzenbruck. Kriemhilde in Lauf und Schwarzenbruck. Gudrun in Lauf und Schwarzenbruck. Sieglinde in Schwarzenbruck. Sagengestalten, keine Lebensgeschichten.

Daneben stehen Frauen, die sehr wohl gelebt haben, und deren Spuren es lohnt, aufzunehmen. Eine Malerin. Eine Stifterin, die 1850 einen der ältesten Kindergärten Bayerns gründete. Eine Unternehmerin. Eine Widerstandskämpferin. Eine Äbtissin aus dem 8. Jahrhundert. Und Hedwig von Eyb, die im 16. Jahrhundert dafür sorgte, dass in Altdorf eine lutherische Pfarrei entstand. Heute verbindet kaum noch jemand ein Ereignis mit ihrem Namen..

Dieser Landkreis lädt ein, genauer hinzuschauen: Wer hat einen Namen bekommen – und warum?

der Landkreis aus Frauenperspektive

In diesen Stadtteilen finden Sie Straßen u.ä. mit Frauennamen:

Altdorf bei Nürnberg., Burgthann, Feucht, Hersbruck, Lauf an der Pegnitz, Röthenbach an der Pegnitz, Schnaittach, Schwarzenbruck

Altdorf bei Nürnberg

Drei Frauen, drei Jahrhunderte, drei sehr unterschiedliche Wege in die Sichtbarkeit. Dora Hitz malte, Hedwig von Eyb verhandelte Kirchenpolitik, Sophia von Henneberg stiftete Märkte. Altdorf erinnert an alle drei, wenn auch nicht alle gleich gut dokumentiert sind.
Interessant ist die Verbindung zum Landkreis Sonneberg. Sophia von Henneberg-Aschach gehört zum selben Adelsgeschlecht, das der Stadt Sonneberg das Stadtrecht verlieh. Eine Querverbindung, die erst im Archiv sichtbar wird.

Dora Hitz
1856 – 1924
impr. Malerin
Hedwig von Eyb
1490/1550 – 1582
Durch ihr Engagement wurde 1582 eine luth. Pfarrei im Ort eingerichtet
Sophia von Henneberg-
Aschach

um 1315 –
nach 08.09.1337
Sie stiftete 1368 Altdorf einen ewigen. Wochenmarkt und sieben Jahrmärkte. (Angabe im Stadtflyer 2010)

Burgthann

Brunhilde
Nibelungensage
Diana
röm. Göttin der Jagd
Maria
(Platz bei der Marienkirche)
Sophia-Maria Nützel-Paumgartner-Haller von Sündersbühl
1700 – 1780
die Sophienquelle wurde für sie gebaut und auch nach ihr benannt

Feucht

Walburga
um 710 –
779/780

Äbtissin

Hersbruck

Margarete

Lauf an der Pegnitz

Anna Diez stiftete 1838 die Grundlage für einen der ältesten Kindergärten Bayerns. Eröffnet wurde er erst 1850, neun Jahre nach ihrem Tod. Heute trägt ein Weg ihren Namen, der direkt zum Kindergarten führt. Der Kindergarten selbst heißt anders: Eckert’sche Kindergartenstiftung, benannt nach einem späteren Geldgeber. Daneben Gudrun, Kriemhilde, eine Luise ohne Nachname, ein Kunigundenberg. Die Mischung zeigt, wie Erinnerung sich schichtet: historische Frauen, Sagengestalten, Vornamen ohne Gesicht.

Anna Diez
stiftete 1850 einen der ältesten Kindergärten Bayerns
Gudrun
Kudrunsage
Kriemhilde
Nibelungensage
Kunigunde von Luxemburg
um 980 – 1033/1039 Kaiserin
Anna Maria Leßner
gest. 1739
Stifterin
Luise

Röthenbach an der Pegnitz

Zwei Frauen, deren Leben kaum weiter auseinanderliegen könnten: Ella Katharina Conradty, Unternehmerin und Mäzenin, und Sophie Scholl, hingerichtet 1943. Röthenbach erinnert an beide – auf einem Platz, der die Geschwister Scholl gemeinsam nennt.

Ella Katharina Conradty
1889 – 1978 Unternehmerin
Sophie Scholl
1921 – 1943
Widerstands-kämpferin gegen NS-Diktatur
(hingerichtet)

Schnaittach

Kunigunde von Luxemburg
um 980 – 1033/1039 Kaiserin

Schwarzenbruck

Hier dominiert die Sage: Brunhilde, Kriemhilde, Gudrun, Sieglinde – vier Nibelungenstraßen in einer Gemeinde. Dazu eine Mariä- und eine Theresienstraße ohne erkennbare Referenzperson. Historische Frauen: keine.

Brunhilde
Nibelungensage
Gudrun
Kudrunsage
Kriemhilde
Nibelungensage
Marie
Sieglinde
Nibelungensage
Theresia
Frauen in Mittelfranken

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