Ich dachte zuerst, eine „Industrieschule“ sei eine Schule.
Mit Klassenzimmern. Mit Lehrerinnen. Mit Schülerinnen. Mit einem Stundenplan.
Also suchte ich nach Schulen.
Je länger ich suchte, desto mehr Industrieschulen fand ich. Und desto weniger sahen sie wie Schulen aus.
Eine Lehrersfrau unterrichtete Mädchen im Schulzimmer. Eine Pfarrfrau gab eine Nähstunde. Anderswo lernten Mädchen sonntags stricken. Und im Ausseerland gab es eine Spinngruppe, wo Mädchen lernten, mit beiden Händen zwei Fäden gleichzeitig zu spinnen: alle Industrie-Mädchenschulen.
Als ich diesen Satz las „Industrieschule wird hier gar keine gehalten, aber Christenlehren in den verschiedenen Vierteln der Pfarre am Sonntag Nachmittag.“ fiel bei mir der Groschen:
„Industrieschule„ war offenbar eine Bezeichnung für handwerklichen und praktischen Unterricht der in privaten, schulischen oder religiösen Räumen erteilt wurde: für kleine Mädchengruppen, für unterschiedliche Altersgruppen, mit dem Erlernen unterschiedlicher Techniken.
Und damit begann die eigentlich interessante Recherche quer durch den deutschsprachigen Raum, vorwiegend Anfang des 19. Jahrhunderts:
→ Industrieschulen: Das vergessene Sozialprojekt für Mädchen

