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Hildegard von Bingen

77 liturgische Gesänge in Diastematischer Neumennotation (siehe Foto), sind uns noch nach rund 1000 Jahren von ihr bekannt. Sie ist nach Kassia die nächstfolgende uns bekannte Komponistin des Abendlandes. Ihre Werke gelten für deren Zeit außergewöhnlich und unverwechselbar.

die „Kämpferin“ oder auch die „Beschützerin“
 (hiltja + gard)

Sie war eine inspirierende, selbstbewusste und durchsetzungsstarke Universalgelehrte. Im Alltag ist sie uns heute mehr bekannt als Ratgeberin und Rezepte-Lieferantin für alles, was gesund ist und gesund macht.

Allerdings: Komponist*innen unterschiedlicher Stilrichtung, von klassisch bis modern, beziehen sich bis heute direkt auf ihre Musik oder Texte, auf sie selbst

Hildegard von Bingen (1098 – 1179)

Nach ihr benannte Straßen gibt es z. B in Bamberg, Hof, Regensburg, Bremen, Weyhe (Niedersachsen) – und in vielen weiteren Städten.

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Kassia

geb. um 810, gest. um 865 – lebte in Konstantinopel

Sie stammte aus einem gesellschaftlich „hochstehenden“ Elternhaus und genoss dadurch eine gute und breite Bildung. Ihre klugen, selbstbewussten Antworten schreckten Kaiser Theophilos ab, sie zu heiraten. Ob sie das vielleicht als ihr Glück ansah?

843 gründete sie das Kloster „Die Gemeinschaft der geweihten Jungfrauen“.

Ihre bis heute bleibende Bedeutung hat sie als Dichterin von (uns bekannten) 261 Epigrammen und als Komponistin. Sie gilt uns als die früheste Komponistin des Abendlandes. Über 50 ihrer Hymnen sind erhalten, die z. T. bis heute Teil der orthodoxen Liturgie sind.
Als Heilige Kassia wird ihrer in den orthodoxen Kirchen am 7. September gedacht.

Im Herbst 2021 beschäftigte sich eine analog-digitale Konferenz-Serie mit ihr und mit Menschen und Themen, die sich explizit auf sie beziehen. Eine Online-Ausstellung und eine neu geschriebene „(post-)feministische Oper“ waren Teil dieses interdisziplinären, interkulturellen „Kassia-Projekts“. Es sollte „explizit einen Beitrag zur aktuellen feministischen Debatte leisten“ und „die aktuellen feministischen Debatten und Diskurse in verschiedenen Ländern“ aufgreifen (www.aufbauhaus.de)
An diesem Projekt beteiligten sich u.a.: das Frauenmuseum Istanbul (Leiterin: Meral Akkent), Burak Özdemir & Musica Sacra, kainkollektiv, Theater Aufbau Kreuzberg, Heinrich-Böll-Stiftung, Goethe Institute, verschiedene Universitäten aus Deutschland, Polen und der Türkei … und viele mehr.

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Meral Akkent

geb. 1949 in Istanbul

Diplom-Soziologin, freiberuflich tätig, Feministin
Typisch für ihre Biografie sind ihre Aussage „Nur reagieren ist nicht handeln!“ und das Zitat von Alev Ebüzziya Siesbye , das sie am Anfang eines ihrer Artikel stellt: „Das Wesentliche ist nicht, wer gewinnt, sondern dass niemand verliert.“

Über ihre Lebensstationen Türkei, Deutschland, Kasachstan und Ukraine und all ihre Aktivitäten zu schreiben sprengt diesen Text. Deshalb hier als Beispiel drei Gründungen, die sie gemeinsam mit anderen engagierten Frauen auf den Weg brachte, die ihre Einstellung mehr als bestätigen.

A. Das Internationale Frauen- und Mädchenzentrum e. V. in Nürnberg (Name seit 1996)
Das Zentrum begann 1979/ 80 die Arbeit als Modellprojekt mit dreijähriger Laufzeit zur Erforschung der Sozialisationsbedingungen ausländischer Kleinkinder und Entwicklung von Beratungsformen für die Eltern. Weiterführung als Verein Mutter-Kind-Stube e. V. ab 1982.

B. Der Verein Frauen in der Einen Welt – Zentrum für interkulturelle Frauenalltagsforschung und internationalen Austausch e.V. (1989)
Neben vielen wichtigen und vielseitigen Aktivitäten:
2003 Gründung des Mobilen Museums in Fürth/Bay. 2006 weitergeführt als Museum Frauenkultur Regional International, ebenfalls in Fürth/Bay.

C. Das virtuelle Frauenmuseum Istanbul, „2012 in Istanbul als erstes Frauenmuseum der Türkei gegründet. Es dokumentiert die Geschichte von schöpferischen Frauen seit der Stadtgründung durch alle geschichtlichen Epochen als Byzantion, Konstantinopel und Istanbul bis heute“ (www.wikiwand.com/de)

Foto: By Iercan – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53883770