
🔴 Auszeichnung
Als erste irakische Staatsbürgerin und Angehörige der jesidischen Glaubensgemeinschaft erhielt Nadia Murad 2018 gemeinsam mit Dr. Denis Mukwege den Friedensnobelpreis – eine Würdigung ihres beharrlichen Einsatzes gegen sexualisierte Gewalt als Mittel der Kriegsführung.
Weitere Auszeichnungen:
- 2016 Václav-Havel-Menschenrechtspreis durch die Parlamentarischen Versammlung des Europarates
- 2016 Sacharow-Preis des EU-Parlaments
- 2025 „Beloved Community Coretta Scott King Soul of the Nation Award“ durch „The King Center“, USA
- 2025 „Abely Leading Women and Children to Safety Award
⛹️♀️ 🏘️ Kindheit und Jugend im Zeichen dörflicher, jesidischer Tradition
Ihr Heimatdorf war Kocho, District Sindschar, im Norden Iraks.
Kocho war klein, aber es war alles, was ich kannte. Es war mein Zuhause. …
Es war ein einfaches, verborgenes Leben. Alles, um das man sich kümmern musste, waren die Dinge und die Menschen um einen herum, und sie waren nah genug, um sie zu berühren. (Murad in: „Ich bin eure Stimme“)

Sie verlebte mit ihren Geschwistern eine unbeschwerte Kindheit und wuchs in einer engverbundenen Großfamilie auf. Ländliche Arbeiten wie Kartoffelanbau, Hühner- und Schafhaltung, traditionelles Brotbacken bestimmten ihren Alltag Sie hatte ein enges Verhältnis zu ihrer Mutter Shami, die sie als mutig und inspirierend beschreibt.
Ihr Kindheitstraum: Geschichtslehrerin oder Make-up-Künstlerin zu werden.
🗡️ Zäsur durch den IS-Terror
Mit 21 Jahren verlor sie ihre Heimat abrupt, als der „Islamische Staat“ am 3. August 2014 Kocho überfiel. Bei dem Massaker verlor Murad 18 Familienmitglieder, darunter sechs Brüder und ihre Mutter Shami, die als „zu alt für die Sklaverei“ kaltblütig ermordet wurde.
Sie wurde zusammen mit vielen anderen Frauen gefangen genommen, verschleppt, zwangskonvertiert und monatelang und in die sexuelle Sklaverei gezwungen . Nur durch den Mut einer muslimischen Familie in Mossul gelang ihr die Flucht aus der IS-Gefangenschaft.

🔵 Neuanfang und politisches Engagement
Seit 2015 lebt Murad unter anonymisiertem Schutz in Deutschland. Mit der von ihr gegründeten Organisation „Nadia’s Initiative“ setzt sie sich für den Wiederaufbau von Gemeinschaften ein, die von Völkermord und sexueller Gewalt betroffen sind – nicht nur im Irak, sondern z.B. auch in der Ukraine oder im Kosovo.
Konkrete Beispiele für ihr Engagement:
- Aufbau von Frauenzentren im Irak, zur Stärkung von Bildung und Selbstständigkeit der Frauen.
- Aufarbeitung der Massengräber im Zusammenhang mit dem Jesiden-Völkermord in Sindschar.
Gemeinsam mit Dr. Denis Mukwege gründete sie den „Global Survivors Fund“, der sich für den Zugang zu Entschädigungen für Überlebende von konfliktbezogener sexueller Gewalt einsetzt.
Gemeinsam mit ihrer Anwältin Amal Clooney arbeitet Murad daran, die IS-Verbrechen vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen.
Sie ist Mitglied des französischen Gender-Beirats, sie arbeitet an UN-Resolutionen mit, sie schreibt und veröffentlicht, …
✍️ Autobiografie und Zitate
In ihrer Autobiografie „Die letzte Frau“ (Originaltitel: The Last Girl) verbindet sie persönliche Erinnerungen mit einer Analyse von Heimatverlust und Identitätsbewahrung. Sie schreibt u.a.:
✅ „Meine Geschichte, die ich ehrlich und sachlich erzähle, ist die beste Waffe, die ich gegen den Terrorismus habe, und ich habe vor, sie einzusetzen, bis diese Terroristen vor Gericht gestellt werden. Es gibt noch so viel, was getan werden muss. Die führenden Politiker der Welt und insbesondere die religiösen Führer der Muslime müssen aufstehen und die Unterdrückten schützen.“
✅ „Ich denke immer noch, dass es eine der schlimmsten Ungerechtigkeiten ist, die ein Mensch erleiden kann, wenn er aus Angst gezwungen wird, sein Zuhause zu verlassen.“

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🔍 externe weiterführende Informationen
Nadia Murad
- Offizielle Nobelpreisseite Nadia Murad
- Wikipedia DE Nadia Murad
- Sacharow-Preis EU-Parlament
- Instagram-Account von Nadia Murad @nadia_murad
- Instagram-Account von Nadias Initiative @nadiasinitiative
Nadia Murad in Artikel und Interviews
- Expertengespräch mit Nadia Murad in hawarhelp, 28.03.2017
- Nadia Murad: Eine Jesidin kämpft für Menschenrechte. Interview in Körber Stiftung, 02.10.2017, Moderation: Birgit Langhammer | NDR
- ZDF: M. Lanz im Gespräch mit Nadia Murad und Jan Ilhan Kizilhan in youtube, 02.11.2017
- Interview mit Nadia Murad in nationalgraphic, 19.01.2018 (Video)
- Sie lässt sich nicht zum Schweigen bringen in Zeit, 05.10.2018 von Muri Darida
- Nadia Murad: „Der größte Preis wäre für mich, wenn der IS endlich vor Gericht gestellt wird“ in elle, 08.03.2020 von Louisa Markus
- Aktivistin Murad: Sexuelle Sklaverei entschiedener bekämpfen in vaticannews, 20.03.2021, das Interview führte Alessandro Gisotti
- Macht die Menschenrechte zur Priorität in schwaebische, 05.12.2024 von Hendrik Groth
- Sacharow-Preis 2016: EU-Abgeordnete stellen die Nominierten vor, Europäisches Parlament 15.09.2016
- EU-Parlament zeichnet Nadia Murad und Lamiya Aji Bashar mit dem Sacharow-Preis 2016 aus, Europäische Zeitung 1.11.2016
- Nadia Murad erhält Václav-Havel-Menschenrechtspreis 2016, Europarat 10.10.2016
- Menschenrechtspreis für Jesidin Murad DW 10.10.2016
- The King Center, Atlanta, USA – pdf. S. 4
- Carvd N Stone Artikel
- Sanctuary for Families, NYC AbelyAwards
🔍 Weiterführende interne Links (Serie „Heimaten“)
- HEIMATEN: Orte der Vielfalt – vielfältige Orte – wo Vielfalt zu Hause ist!?
- Ruth Weisss
- Nadia Murad (blog 06/2025, dort Serie „Friedensnobelpreisträgerinnen“)
- Amal Clooney
- Nadja Bennewitz
- Heimat im MA und früher Neuzeit
- Elisabeth Bala

Stand: 10.2025






















