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Dr. Eva Ahnert-Rohlfs (2)

Was hat eine St.-Lorenz-Kirche in einer Reihe über Astronominnen zu suchen? (hier: die Nürnberger St. Lorenz-Kirche – Baubeginn um 1250)?

St. Lorenz ist die deutsche Namensform für den Hl. Laurentius von Rom († 10. August 258). Laurentius erfuhr den Märtyrertod, weil er dem römischen Kaiser Valerian, der sich den Sozialfonds der Gemeinde einverleiben wollte, eine Schar von Kranken, Alten, Bettlern usw. als den „wahren Kirchenschatz“ präsentierte.
Jährlich am 10. bzw. 11. August feiern Christen den Laurentiustag, den Namenstag des Laurentius.

Dr. Eva Ahnert-Rohlfs wurde am 11. August 1912 geboren, also am Laurentiustag.

Eines ihrer Forschungsgebiete war die „Zur Struktur der Entstehung des Perseidenstroms“.
Die „Perseiden“ (volkstümlich „Laurentiustränen“, „Tränen des Laurentius“) sind ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom, der in den Tagen um den 12. August ein deutliches Maximum an Sternschnuppen aufweist. (wikipedia)

Dass sich Dr. Ahnert-Rohlfs intensiv mit den Perseiden beschäftigte, ist natürlich keine Überraschung, denn die Meteor-Forschung war damals an der Sternwarte Sonneberg Forschungsschwerpunkt. Aber auch, wenn wir es nicht wissen: warum nicht glauben, dass dieses zufällige Zusammentreffen von ihrem Geburtstag mit dem Laurentiustag mit der volkstümlichen Benennung der Perseiden ihr für ihre Forschung eine zusätzliche Motivation und Freude war?

Die Nürnberger haben ihren Wunschring am Schönen Brunnen am Hauptmarkt.
Sie dagegen brauchen nur die Augen zu schließen und sich etwas zu wünschen, wenn Sie Sternschnuppen entdecken. Ihr Wunsch geht selbstverständlich in Erfüllung!
Oder vielleicht noch besser:
Sie gehen zu dem Platz, an dem die Sternschnuppen zu Boden fallen. Sie finden dort einen Schatz! (Beweis: das Märchen vom Sterntaler)

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Dr. Eva Ahnert-Rohlfs

Die grüne Leuchtspur eines Perseiden-Meteors aus dem Jahr 2012

Die Astrophysikerin und Astronomin
Dr. Eva Ahnert-Rohlfs (11.08.1912 – 09.03.1954)

ist in Coburg geboren. Nach dem Studium (mit Unterbrechung wegen des Krieges) ging sie 1945 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Sternwarte im benachbarten Sonneberg. Sie promovierte bei ihrem Chef Cuno Hoffmeister in Astrophysik. Ihr Mann, der Astronom Paul Oswald Ahnert, arbeitete ebenfalls dort. Ihre Ehe dauerte leider nur zwei Jahre. Sie starb durch Komplikationen bei der Geburt ihres ersten Kindes.

Sie veröffentlichte ihre Forschungsergebnisse in den Mitteilungen der Sternwarte Sonneberg:

  • Zur Struktur der Entstehung des Perseidenstroms. Veröffentlichung der Sternwarte Sonneberg. Bd 2. Akademie-Verlag, Berlin 1952, S. 5–38.
  • Strahlungsdruck, Poynting-Robertson-Effekt und interstellare Materie. In: Mitteilungen der Sternwarte Sonneberg. 29, Nr. 3/4, 1953, S. 39–45.
  • Vorläufige Mitteilung über Versuche zum Nachweis von Meteoritischem Staub. Mitteilung der Sternwarte Sonneberg 45, 1954

Ab 1940 bis zur deutschen Teilung arbeitete sie zusammen mit ihrem Mann am in Stuttgart herausgegebenen astronomischen Kalender „Das Himmelsjahr“ mit.

Ab 1949 gaben Beide den jährlichen „Kalender für Sternenfreunde“ heraus, den Paul Ahnert auch nach dem Tod seiner Frau bis 1984 fortführte.

Foto: Von Jörg Ölsner – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20702809

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Prof. Sabine Schindler

Ein weiterer Vorschlag für die Benennung einer der geplanten neuen Schulen oder Universitäten.

Professorin Dr. Sabine Schindler (* 24.03.1961 in Erlangen)

Astrophysikerin – studierte an den Universität Erlangen-Nürnberg, forschte an der Universität München, an den Max-Planck-Instituten für Astrophysik und für extraterrestrische Physik. Ihr beruflicher Weg führte sie über die USA und GB nach Innsbruck/Österreich.

Sie forscht zu Galaxien(haufen) & ihren Komponenten. Großen Spaß machen ihr die Erforschung des „frühen Universums und die ganz großen Strukturen“.

Seit 2002 ist sie Professorin an der Uni Österreich, dort 2004 – 2012 Leiterin des Instituts für Astro- und Teilchenphysik, 2012 – 2017 Vizerektorin für Forschung. 2014 – Okt. 2020 zugleich Rektorin der UMIT – Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH in Hall in Tirol, um die Zusammenarbeit beider Unis zu intensivieren. Danach wissenschaftliche Forschung im Rahmen eines Johannes Geiss Fellowship des International Space Science Institute (ISSI).

Mehrere Ehrungen, z.B. 2009 den Tiroler „Adler-Orden in Gold“. Sie ist aktives und passives Mitglied in einschlägigen Fachgesellschaften z.B. der „Österreichischen Akademie der Wissenschaften“ und „der Internationalen Akademie für Weltraumfahrt“.

Sie engagiert sich vielfältig in der Frauenförderung in den naturwissenschaftlich-technischen Berufen.
In einem Interview für „FEMtech.at“ antwortet sie auf die Frage, wie sie Frauen z.B. fördert: „Wenn man junge Frauen als Bewerberinnen hat, muss man darauf achten, sie genauso anzuschauen wie die männlichen Bewerber. Frauen nimmt man oft nicht ernst, weil sie oft so bescheiden auftreten und damit den Eindruck erwecken, dass sie nicht so viel können. …Viele Frauen schätzen ihre Arbeit nicht hoch genug ein. Was die anderen machen, sei toll, was sie machen, sei gar nicht toll. Ich versuche, dagegen zu wirken …“