Weiden – Straßen, Wege und öffentliche Räume

Zehn Straßen. Fünf Stadtteile. Und ein Befund, der zum Nachdenken einlädt: Vier der Namen gehören Sagengestalten: Isolde, Kriemhilde, Brunhilde, Senta. Kraftvolle Figuren, keine Frage. Aber keine historische Person, keine Lebensgeschichte dahinter.

Die historischen Frauen, an die Weiden erinnert, sind dafür bemerkenswert. Antonie Vierling wurde 1919 auf Anhieb als erste Stadträtin in das Weidener Kommunalparlament gewählt. Sie war zugleich Malerin aus einer der ältesten Familien der Stadt. Heute trägt eine Straße in einem Neubaugebiet ihren Namen. Marie Curie, zweifache Nobelpreisträgerin, hat ebenfalls eine Straße. Carolina Gerhardinger gründete 1785 den Orden der Armen Schulschwestern.

Weiden erinnert sich. Und es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

Weiden aus Frauenperspektive

In diesen Stadtteilen finden Sie Straßen u.ä. mit Frauennamen:

Hammerweg, Weiden Ost I, Lerchenfeld, Rehbühl, Rothenstadt

Hammerweg

Bettina von Arnim
1785 – 1859
Schriftstellerin

Weiden-Ost I

Antonie Vierling
1882 – 1945
die erste Weidner Stadträtin 1919, Kunstmalerin
Carolina Gerhardinger
gründete 1785 den Orden der „Armen Schulwestern unserer lieben Frau“
Dr. Helene
Hoffmann

Pädagogin
(Rektorin der Clausnitzer-Schule) Heimatforscherin („Weidens Schulgeschichte“, „Kein schöner Land“)
Johanna Frank
Johanna-Frank-Preis
war 1890 Vorsitzende eines Frauenvereins

Lerchenfeld

Marie Curie
1867 -1934
Nobelpreisträgerin für Chemie und Physik

Rehbühl

Isolde
Tristan-Sage
Kriemhilde
Nibelungensage
Senta

Rothenstadt

Brunhilde
Nibelungensage
Frauen in der Oberpfalz

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Statement der "Südstädterin": Biografien sind politisch. Sichtbarkeit ist eine Machtfrage. (Stadt-)Geschichte ist nicht neutral. Hier geht es um Frauen. Punkt. Global & europäisch – Geschichte endet nicht an Grenzen.

Recherchestand Straßen: 2021