Sophie Juliane Weiler: Augsburgisches Kochbuch

blog 25.11.2023: Sophie Juliane Weiler, Augsburg
Überblick Kochbuch-Autorinnen

Biografisches — Familie — Heirat und Kinder — Augsburger Kochbuch — nach Tod — Weiterführendes

„Es betreffe eine Weibersache, worinnen also die Männer von uns lernen müssen.“ (Sophie Weiler)

Biografisches

geb. Gostenhofer. Auf ihren Kochbüchern nennt sie sich Gestenhof
* 14.1.1745 Obersontheim bei Schwäbisch Hall, Herrschaft Limpurg-Sontheim
Die Tochter hat auf der zweiten Auflage des Kochbuchs als Geburtsjahr Sophia Weilers 1750 drucken lassen. Das Taufbuch ist aber eindeutig: Sophia Weiler ist 1745 geboren worden.
† 20.10.1810, Augsburg

Sophie Juliane Weilers Lese- und Schreibkenntnisse

Über ihre formale Bildung ist online nichts bekannt. Kein Nachweis einer bestimmten Schule, von Privatlehrern oder sonstiger Ausbildung. Aber sie stammt aus einem gehobenen administrativ-gelehrten Milieu und offenbar aus einem theologischen Bildungsumfeld.

Obersontheim verfügte seit 1706 über eine Schule im Zusammenhang mit dem dortigen Waisenhaus Zeitweise wurden dort bis zu 80 Kinder unterrichtet. Ob allerdings Sophia Weiler diese Schule besuchte, ist nicht dokumentiert.

Portrait Sophie Weiler, geb. Gestenhof, Verfasseerin des Augsburger Kochbuchs, gedruckt in der 2. Ausgabe des Kochbuchs 1788.

Familie

Sophie Juliane Weiler war das erste Kind ihrer Eltern. Ihr Vater war Johann Gottlieb Gostenhofer/Gostenhöfer (sie selbst nennt sich auf ihrem Kochbuch: Gestenhof).

Johann Gottlieb Gostenhofer stammte aus Abenberg (3. Juli (?) 1704 – 2. März 1782 (mit 77 Jahre 7 Monate 27 Tage), Obersontheim)
1732 hielt er sich als Student in Jena auf. Später trat er in hohenlohische Dienste und ist ab 1762 als Archivar in Obersontheim nachweisbar. Eine spätere Quelle nennt ihn Kanzlei- und Konsistorialrat, d.h., er war ein höherer Verwaltungs- und Kirchenbeamter.

Seine Frau war Sophia Christina Elisabetha Eggel von Öhringen. (25. Februar (?) 1722, Mainhardt – 15. Dezember 1757, Obersontheim)

Sophies Bruder Johann Gottfried Gostenhofer (*16. Dezember 1746 –
29. Juni 1793) ist 1765 als Theologiestudent aus Sontheim an der Universität Altdorf nachgewiesen. 1772 wurde er Pfarrvikar, später, bis zu seinem Tod, Pfarrer zu Obersontheim. 
Seine Frau: Anna Charlotte Klein, Tochter eines Pfarrers (12.Dezember 1753, Wertheim – 17. Oktober 1832, Mittwoch, Obersontheim)
Hochzeit: 2. Januar 1777, Dettingen bei Wertheim

Heirat und Kinder

Sophia Juliane heiratet 23. Februar 1768 Johann Daniel Gotthilf Weiler, der seit 1766 Kaplan in Obersontheim war.

Beide bekommen sechs Töchter und neun Söhne, aber nicht alle Kinder überlebten die Kindheit.

Lebensstationen von Ehemann Johann Daniel Gotthilf Weiler

Die beruflichen Stationen ihres Mannes bestimmten zugleich die Lebensorte von Sophie Juliane. Dazu kommt, dass die evangelisch-lutherische Pfarrfrau in der Tradition der Käthe Luther selbstverständlich in das Leben der Kirchengemeinde eingebunden war. Eine Pfarrfrau übernahm dabei auch automatisch sozial-diakonische Aufgaben in der Gemeinde in unterschiedlicher Priorität, sei es Arbeit mit Kindern, Frauenkreise, Besuchsdienst oder gesundheitliche Fürsorge. An welcher Stelle und wie intensiv sich Frau Weiler engagierte ist nicht bekannt.

Am 23. Februar 1743 wird Johann als ältestes Kind seiner Eltern* in Edelfingen im Taubertal geboren, das damals unter der Herrschaft mehrerer Territorialherren stand. Sein Vater war Ernst Gotthilf Weiler (10. Februar 1707 – 28. Juli 1764), Pfarrer und ab 1744 Superintendent in Obersontheim. Über seine Mutter Anna finden sich noch keine weiteren Angaben.
* eigene Angabe im Hochzeitsregister. Einen bestätigenden Geburts-/Taufeintrag für das Datum habe ich nicht gefunden.

Er studierte Theologie in Jena. 1766 wurde er Kaplan in Obersontheim, wo Beide auch getraut wurden.
Eine Kaplansstelle war im damaligen evangelischen Kirchenwesen eine geistliche Stelle unter einem Pfarrer und gehörte zum beruflichen Weg zum Pfarramt. Abschluss der Ausbildung war die Ordination zum Pfarrdienst.

In Augsburg bekam Johann Weilers seine erste volle Pfarrstelle. Er wurde 1772 an die Barfüßerkirche als Diakon berufen.

⛪ Die Barfüßerkirche in Augsburg – eine bewegte Geschichte

1221: Der Augsburger Bischof Siegfried III. von Rechberg nimmt eine Schar Franziskanermönche auf, die sich den Werten des Franz von Assisi verpflichtet haben. Die Franziskaner sind auch als „Barfüßer“ bekannt. Sie gründen in Augsburg das erste franziskanische Kloster auf deutschem Boden.

1243: Die Mönche errichten eine erste kleine Kirche, die im Laufe der folgenden Jahrhunderte mehrfach vergrößert wird.

Um 1500: Die Ordensgemeinschaft der Barfüßer zerfällt.

1524: In der Barfüßerkirche wird die erste evangelische Predigt gehalten.

1535: Das Barfüßerkloster wird zum größten Teil abgebrochen.

1536: Die Barfüßerkirche wird zur evangelischen Pfarrkirche Augsburgs.

1649: Nach wechselnden Benennungen erhält die Kirche den Namen „Barfüßerkirche“.

5. bis 26. Februar 1944: Bombenangriffe zerstören die Barfüßerkirche fast vollständig. Nur der Chor bleibt erhalten.

1951: Die Kirche wird ohne ihre beiden Türme wiederaufgebaut.

📖 Was war und ist ein evangelischer Diakon?

Im 18. Jahrhundert: In lutherischen Gemeinden bezeichnete „Diakon“ einen ordinierten Geistlichen, der neben dem ersten Pfarrer bzw. Prediger eine eigene geistliche Funktion ausübte. In größeren Gemeinden gab es mehrere Geistliche mit abgestuften Ämtern. Der damalige „Diakon“ ist deshalb nicht mit dem heutigen Berufsbild eines evangelischen Diakons gleichzusetzen.

Heute: Diakone und Diakoninnen sind kirchliche Mitarbeitende mit einem sozial-diakonischen Schwerpunkt. Ihre Ausbildung verbindet eine theologische Qualifikation mit einem zweiten, in der Regel sozial- oder pflegebezogenen Fach. Traditionell war dies vor allem die Krankenpflege; heute gehören beispielsweise auch sozialpädagogische Tätigkeiten dazu.

1805, 62 Jahre alt, wird Johann Weiler „Pfarrer“ an der Barfüßerkirche und übernimmt damit die Leitung der Gemeinde. Allerdings stirbt er schon am 16. Oktober 1805 mit 63 Jahren (lt. Bestattungsbuch)

Sophie stirbt ca. fünf Jahre später am 20.10.1810, ebenfalls in Augsburg.

Das „Augsburger Kochbuch“ 1787

Man muss sich wirklich mal Sophie Weilers Alltag anschauen: mindestens elf Mal schwanger, Haus- und Gartenarbeit, Aufgaben in der Gemeinde übernommen und sicher noch weitere Aufgaben. Es ist kein Wunder, wenn sie ihr Kochbuch so anfängt: „Meine Haus- und Familiengeschäfte sind so weitläuftig …“

In ihrer Erstausgabe des „Augsburger Kochbuch“ veröffentlicht sie über 1.000 Rezepte der Augsburger und süddeutschen Küche. Das Kochbuch ist ausdrücklich für den Raum Augsburg gedacht. Alle Gewichtsangaben entsprechen den Augsburger Normen. Sie gibt das Kochbuch in Eigenverlag heraus: „Gedruckt bey Johann Jacob Lotter und Sohn [Augsburg]. Verlegt und zu finden bey der Verfasserin.“

Aber es verbreitete sich schnell über Augsburg hinaus. Schon 1788 erschien die zweite Auflagen, diesmal bereits mit einem professionellen Verleger: in der Joseph-Wolffischen Buchhandlung.. Das Kochbuch „war ein Bestseller des 18. Jahrhunderts“. Viele weitere Auflagen folgten, einmal auch nur als Auszug, damit das Buch nicht so teuer ist.

Wichtig für den Erfolg des Buches war auch sein Preis: Von 1788 bis 1860 kostete das „Augsburgische Kochbuch“ 1 Gulden 30 Kreuzer. Selbst als Sophie Weiler für die zweite Auflage zahlreiche Ergänzungen vornahm, sollte das Buch dadurch nicht teurer werden.

Deckblatt "Die selbst belehrende Köchin", 1844, Sophie Juliane Weiler

Das Motto ihrer zweiten Auflage1788: „Es ist leichter tadeln, als besser machen“. Erst anschließend wendet sich Sophie Weiler „An meine Leserinnen“. „… Aber ein gutes, brauchbares, allgemeinverständliches, treu und genau anweisendes, und doch nicht allzu weitläufiges Kochbuch für höhere und geringere Personen, so eins wünsche ich. …“.

Und das antwortet sie in ihrem Vorwort ihren Kritikern:

  • VORWURF: die Weilers müssten auf Grund der „erlesenen“ Lebensmittel reich sein
    SIE: auch Apothekerfamilien seien nicht ungewöhnlich viel krank, nur weil ein Apotheker so viele Arzneien bereiten kann
  • VORWURF: sie schreibe zu viele Gewürze vor
    SIE: die Köchinnen entscheiden selbst, welche davon sie verwenden
  • VORWURF: sie beschreibe zu viele Standardgerichte
    SIE: Meine sind nicht nur sparsam, sondern auch schmackhaft
  • VORWURF: sie schreibe zu oft „nach Belieben“
    SIE: sei Sache der Köchinnen und Gäste
  • VORWURF: und verwende nur augsburgisches Maß
    Sie: weil zu viele örtliche Variationen
  • Und zuletzt erklärt sie:
    SIE verbitte sich „aufs höflichste alle Beurteilung dieser meiner Arbeit“ von diesen „Herren Bücherrichter“, von denen keine Kenntnis über „diese Sachen“ zu erwarten seien. „Es betreffe eine Weibersache, worinnen also die Männer von uns lernen müssen.“
    [sie nimmt im Text die Köche aus ihrer Kritik heraus]
Deckblatt "Augsburgisches Kochbuch" 1860,  25. einzig rechtmäßige Original-Auflage

Nach Sophie Weilers Tod

Sophie Weiler starb 1810 in Augsburg. Ihr Kochbuch aber blieb erfolgreich. 1830 erschien bereits die 18. Auflage.

Ihre Tochter Jacobine*, verh. Mittermayr, führt die Kochbuchtradition der Mutter weiter und gibt, als Erstausgabe ebenfalls 1830, in Landshut bei Philipp Krüll einen zweiten Teil des Kochbuchs heraus. Sie veröffentlichte ihn unter dem Titel:
„Augsburgisches Kochbuch. Zweiter Theil. Aus den hinterlassenen Papieren der Verfasserin des ersten Theils Sophie Juliana Weiler, ausgearbeitet von ihrer Tochter Jacobine Weiler. Eine Ergänzung des ersten Theils, zugleich aber auch ein für sich selbständiges Küchenwerk mit mehr als 700 Recepten und verschiedenen Haushaltungsgegenständen.“
Der Umfang betrug 704 Seiten plus Register.
Nur in diesem zweiten Teil findet sich auch das Portrait von Sophie Juliane Weiler.
* es gab zwei Töchter, die in Frage kommen:
Anna Maria Jacobina, *26. Juli 1775
Maria Johanna Jakobina, *29. August 1780

Bereits 1835 erschien eine zweite, wiederum als „einzig rechtmäßige Original-Auflage“ bezeichnete Ausgabe bei J. Manz in Regensburg und Landshut. Sie hatte ebenfalls 704 Seiten. Und es ging weiter:

  • 1844 erschien die siebte Ausgabe mit 1.026 Zubereitungen.
    Die Ausgabe nennt Sophie Juliane Weiler als verstorbene Verfasserin und beschreibt, dass Verwandte die Papiere zusammentrugen und Margarethe Johanne Rosenfeld sie bearbeitete und erweiterte.
  • 1847 ist als achte Ausgabe belegt.
  • 1866 erschien eine „Dreizehnte gänzlich umgearbeitete und vermehrte Original-Ausgabe“ mit 1.040 Zubereitungen.

Weiterführendes

🔍 Weiterführende Quellen und Literatur: Sophie Juliane Weiler, Augsburg

1. Das Augsburgische Kochbuch – Originalausgaben und Digitalisate

Erstausgabe 1787

Das Augsburgische Kochbuch erschien 1787 bei Johann Jacob Lotter und Sohn; auf dem Titelblatt heißt es, das Buch sei „verlegt und zu finden bey der Verfasserin“. Die Bibliotheca Augustana führt die Erstausgabe in ihrer Übersicht der nachgewiesenen Ausgaben.

Bibliotheca Augustana – Quellen und Ausgaben

Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage 1788

Die zweite Auflage erschien in der Joseph-Wolffischen Buchhandlung. Das Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek ermöglicht die direkte Einsicht in diese Ausgabe.

Bayerische Staatsbibliothek – Digitalisat der Ausgabe von 1788

Digitalisierte Textfassung und Vorreden

2. Weitere Auflagen zu Lebzeiten Sophie Juliane Weilers

Die folgenden Digitalisate dokumentieren die weitere Verbreitung des Kochbuchs zu Lebzeiten seiner Verfasserin. Die Auflagenbezeichnungen entsprechen den bibliografischen Angaben der jeweiligen Exemplare.

Weitere bibliografische Nachweise sind über die Katalogsuche der Bayerischen Staatsbibliothek zu Sophie Juliane Weiler auffindbar.

3. Der zweite Teil von 1830 und die Weiterführung durch Tochter Jacobine

1830 erschien ein zweiter Teil des Kochbuchs aus den hinterlassenen Papieren Sophie Juliana Weilers, ausgearbeitet von ihrer Tochter Jacobine Weiler. Der Titel bezeichnet ihn als Ergänzung des ersten Teils und zugleich als eigenständiges Küchenwerk mit mehr als 700 Rezepten und Haushaltungsgegenständen.

4. Spätere Bearbeitungen und Ausgaben des Kochbuchs

Nach Weilers Tod wurde das Werk in veränderter Form weitergeführt. Zu den späteren Ausgaben gehören Bearbeitungen, die unter dem Titel Neuestes Augsburgisches Kochbuch erschienen und mit Margarethe Johanne Rosenfeld verbunden sind. Diese Ausgaben sind von den Originalausgaben Sophie Juliane Weilers zu unterscheiden.

Die Auflagenzählung späterer Bearbeitungen ist nicht ohne Weiteres mit der Zählung der Originalausgaben gleichzusetzen. Für die genaue Folge sind deshalb die Titelblätter und Vorreden der jeweiligen Exemplare maßgeblich.

5. Biografische Quellen – Sophie Juliane Weiler und ihre Familie

Weiterführende Literatur:

  • Helene Burger, Hermann Erhard und Hans Wiedemann: Pfarrerbuch Bayerisch-Schwaben. Neustadt an der Aisch 2001, Nr. 1362.
  • Albert Haemmerle: „Das Buchzeichen im alten Augsburg“. In: Vierteljahresschrift zur Kunst und Geschichte Augsburgs, Bd. 2 (1936/37), S. 65–66, Nr. 255.

6. Historische Einordnung und Wirkungsgeschichte

Archion-Recherche: Familien Gostenhofer und Weiler

Quelle: Evangelisches Kirchenbuch Obersontheim, Mischbuch 1694–1820, Band 2, sowie Mischbuch 1754–1808, Band 3. Die Bildnummern beziehen sich auf die Archion-Ansicht. Die Augsburger Taufdaten wurden im Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde recherchiert.

Kirchenbuch Band 2 bei Archion öffnen

Kirchenbuch Band 3 bei Archion öffnen

Familie Gostenhöfer – Geschwister von Sophie Juliana

  • Band 2, Bild 185 – 14. Januar 1745: Sophia Juliana. Eltern: Johann Gottlieb Gostenhöfer und Sophia Christina. Der Vorname des Vaters wurde offenbar von „Gottfried“ zu „Gottlieb“ korrigiert. Die Identität mit der späteren Sophie Juliane Weiler ist durch weitere Quellen zu bestätigen.
  • Band 2, Bild 190 – 16./17. Dezember 1746: Johann Gottfried, geboren am 16. Dezember, getauft am 17. Dezember. Eltern: Johann Gottlieb Gostenhöfer, Rat und möglicherweise Amtmann, und Sophia Christina.
  • Band 2, Bild 194 – 1./2. Februar 1749: Carl Ludwig Daniel, geboren am 1. Februar, getauft am 2. Februar. Eltern: Johann Gottlieb Gostenhöfer und Sophia Christina. Die Berufsbezeichnung des Vaters ist noch zu prüfen.
  • Band 2, Bild 198 – 10./11. Juli 1750: Johanna Maria, geboren am 10. Juli, getauft am 11. Juli. Ein Sterbevermerk nennt den 2. Dezember 1829 und als Todesursache „Entkräftung“. Eltern: Johann Gottlieb Gostenhöfer, Rat, und Sophia Christina.
  • Band 2, Bild 203 – 13./14. August 1752: Maria Christina, geboren am 13. August, getauft am 14. August. Eltern: Johann Gottlieb Gostenhöfer, Rat, und Sophia Christina.

Weitere Geschwister – Band 3

  • Band 3, Bild 5 – 27. August 1754: Anna Maria Juliana, geboren und getauft am selben Tag. Eltern: S. T. Hr. Johann Gottlieb Gestenhöfer und Ehefrau Sophia Christina.
  • Band 3, Bild 10 – 30. Januar 1756: Georg Ludwig, geboren und getauft am selben Tag. Eltern: S. T. Hr. Johann Gottlieb Gestenhöfer und Ehefrau Sophia Christina.

Eltern von Sophie Juliana Weiler, geborene Gostenhofer

1. Vater: Johann Gottlieb Gostenhofer (1704–2. März 1782)

Johann Gottlieb Gostenhofer starb am 2. März 1782 in Obersontheim. Der Sterbeeintrag nennt ein Alter von 77 Jahren, 7 Monaten und 27 Tagen.

Archion-Nachweis: Evangelisches Kirchenbuch Obersontheim, Mischbuch 1754–1808, Band 3, Blatt 148, Nr. 4.

Mischbuch 1754–1808, Band 3 bei Archion öffnen

Genealogischer Eintrag: Johann Gottlieb Gostenhofer bei GEDBAS

2. Mutter: Sophia Christina Elsabetha (25. Februar 1722–15. Dezember 1757)

Sophia Christina Elsabetha wurde am 25. Februar 1722 in Mainhardt geboren und starb am 15. Dezember 1757 in Obersontheim. Der Sterbeeintrag nennt ein Alter von 36 Jahren min. 2 Monaten und 2 Tagen.

Archion-Nachweis: Evangelisches Kirchenbuch Obersontheim, Mischbuch 1694–1820, Band 2, Blatt 264.

Mischbuch 1694–1820, Band 2 bei Archion öffnen

Genealogischer Eintrag: Sophia Christina Elsabetha bei GEDBAS

Johann Gottfried Gostenhofer – Bruder von Sophie Juliana

Johann Gottfried Gostenhofer wurde am 16. Dezember 1746 in Obersontheim geboren und starb dort am 29. Juni 1793. Er heiratete am 2. Januar 1777 in Obersontheim Anna Charlotte Klein. Der Sterbeeintrag nennt ein Alter von 46 Jahren, 6 Monaten und 12 Tagen.

Archion-Nachweis: Evangelisches Kirchenbuch Obersontheim, Mischbuch 1754–1808, Band 3, Blatt 164, Nr. 21.

Mischbuch 1754–1808, Band 3 bei Archion öffnen

Genealogischer Eintrag: Johann Gottfried Gostenhofer bei GEDBAS

Ergänzende Nachweise im Landesarchiv Baden-Württemberg:

  • Ernennung des Kandidaten Johann Gottfried Gostenhöfer zum Pfarrvikar an Stelle Müllers, später Pfarrer zu Obersontheim.
  • Akten über das Ableben des Pfarrers Johann Gottfried Gostenhofer zu Obersontheim und die Bitte seiner Witwe um Gnadengehalt.

Findbuch des Landesarchivs Baden-Württemberg öffnen

Ehefrau von Johann Gottfried Gostenhofer: Anna Charlotte Klein

Sie starb am Mittwoch, dem 17. Oktober 1832, in Obersontheim. Laut dem überlieferten Eintrag wurde sie am 12. Dezember 1753 in Wertheim geboren.

Archion-Nachweis: Evangelisches Kirchenbuch Obersontheim, Totenregister 1808–1836, Band 10, Blatt 157, Nr. 40.

Totenregister 1808–1836, Band 10 bei Archion öffnen

Genealogischer Nachweis: Die Angaben zu den Eltern und Geschwistern beruhen auf den genannten Kirchenbuch- und genealogischen Nachweisen. GEDBAS ist dabei als ergänzende genealogische Quelle zu verstehen; die Kirchenbucheinträge bilden die Grundlage für die dokumentierten Tauf- und Sterbedaten.

Familie Weiler – Geschwister von Johann Daniel Gotthilf Weiler

  • Band 2, Bild 185 – 23. März 1745: Johann Friedrich Gottlieb, geboren und getauft am selben Tag. Eltern: Ernst Arnold Gotthilf Weiler, Superintendent in Obersontheim, und Anna.
  • Band 2, Bild 192 – 5. Februar 1748: Maria Anna Sophia, geboren und getauft am selben Tag. Dieselben Eltern.
  • Band 2, Bild 195 – 14./16. März 1749: Ludwig Ernst Heinrich, geboren am 14. März, getauft am 16. März. Dieselben Eltern. Beim Namen steht ein Kreuz; seine Bedeutung ist noch nicht geklärt.
  • Band 2, Bild 199 – 1./2. Dezember 1750: Georg Christoph, geboren am 1. Dezember, getauft am 2. Dezember. Dieselben Eltern.
  • Band 2, Bild 205 – 20./21. Mai 1753: Johann Christian, geboren am 20. Mai, getauft am 21. Mai. Dieselben Eltern.

Kinder von Sophie Juliana und Johann Daniel Gotthilf Weiler

Die folgenden Kinder sind im Taufregister von Obersontheim dokumentiert. Weitere Kinder wurden in Augsburg geboren. Die Augsburger Einträge wurden im Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde der Barfüßerkirche recherchiert.

Geburten in Obersontheim – Band 3

  • Band 3, Bild 42 – 12. Januar 1769: Johann Gottlieb Friedrich, Sohn von Tit. Herrn Johann Daniel Gotthilf Weiler, Diakon („Diac. allhier“), und Frau Sophia Juliana.
  • Band 3, Bild 46 – 24./27. November 1770: Friedrich Carl, geboren am 24. November, getauft am 27. November. Eltern: Tit. Herr Johann Daniel Gotthilf Weiler, Diakon („Diac. allhier“), und Frau Sophia Juliana.
  • Band 3, Bild 49 – 1. Januar 1772: Katharina Sophia Christina, geboren und getauft am selben Tag. Im Eintrag steht als Geburtszeit „nachts um 3 Uhr“. Eltern: Tit. Herr Johann Daniel Gotthilf Weiler, Diakon („Diac. allhier“), und Frau Sophia Juliana.

Geburten in Augsburg – Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde

Augsburger Taufregister bei Archion öffnen

Die folgenden Einträge stehen im alphabetischen Register unter „W“. Die Blattnummern beziehen sich auf die Registeransicht.

  • (4) Sohn – Blatt 67, 26. Februar 1773: Nicolaus [Nachname bzw. weiterer Vorname noch zu prüfen].
  • (5) Sohn – Blatt 67, 30. Mai 1774: Georg Ernst Johannes.
  • (6) Tochter – Blatt 68, 26. Juli 1775: Anna Maria Jacobina.
  • (7) Sohn – Blatt 68, 24. August 1776: Ludwig Immanuel.
  • (8) Sohn – Blatt 68, 3. März 1779: Maximilian Franz Ferdinand.
  • (9) Tochter – Blatt 68, 29. August 1780: Maria Johanna Jakobina.
  • (10) Tochter – Blatt 68, 6. November 1781: Catharina Johanna.
  • (11) Sohn – Blatt 69, 7. Juni 1783: Johann Elias.
  • (12) Tochter – Blatt 69, 9. März 1785: Anna Barbara Philippina.
  • (13) Sohn – Blatt 70, 29. Juni 1786: Friedrich Ludwig.
  • (14) Tochter – Blatt 70, 24. März 1789: Barbara Johanna.

Hinweis: Die Augsburger Angaben wurden aus den Registereinträgen übernommen. Für eine abschließende Familienübersicht sollten die einzelnen Einträge im eigentlichen Taufbuch geprüft werden, insbesondere der vollständige Name des 1773 eingetragenen Sohnes.

Bestattungen in Augsburg – Sophie Juliana Weiler und ihre Familie

Die Bestattungen wurden in den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde Augsburg – Zu den Barfüßern recherchiert. Das Register verweist auf die Einträge in den eigentlichen Bestattungsbüchern.

1. Ehemann: Johann Daniel Gotthilf Weiler

Register zu Bestattungen 1772–1860, Blatt 114: Eintrag „Tod Weiler, Joh. Daniel Gotthilf“, mit Verweis auf Blatt 5.

Alphabetisches Bestattungsregister bei Archion öffnen

Bestattungsbuch 1802–1815, Blatt 18: „IV. S. T. Hr. Johann Daniel Gotthilf Weiler“, Pfarrer bei den Barfüßern, 63 Jahre.

Bestattungsbuch 1802–1815 bei Archion öffnen

2. Sohn: Johann Friedrich Weiler

Register zu Bestattungen 1772–1860, Blatt 114: Eintrag „Tod Weiler, Johann Friedrich“, mit Jahresangabe 1810 und Verweis auf Blatt 34.

Bestattungsbuch 1807–1812, Blatt 25, Nr. 60: Johann Friedrich Weiler, Arzt, wohnhaft Lit. B. 221, verheiratet. Als Todesursache ist eine eitrige Lungenentzündung angegeben. Gestorben am 29. Mai 1810 um 6 Uhr morgens, beerdigt am 31. Mai, 42 Jahre alt.

Bestattungsbuch 1807–1812 bei Archion öffnen

3. Sophie Juliana Weiler, geborene Gostenhöfer

Bestattungsbuch 1807–1812, Blatt 28, Nr. 122: Sophia Juliana Weiler, geborene Gostenhofer, Pfarrerswitwe, wohnhaft Lit. G. 3, Witwe. Als Todesursache ist „Nervenfieber“ vermerkt. Gestorben am 20. Oktober 1810 um 12 Uhr nachts, beerdigt am 23. Oktober, 66 Jahre alt.

Bestattungsbuch 1807–1812 bei Archion öffnen

Abschließender Hinweis: Die Einträge wurden anhand der Archion-Digitalisate recherchiert. Einzelne Berufsbezeichnungen, ärztliche Notizen und Namenslesungen sind noch nicht abschließend geklärt. Die Bild- und Blattnummern dienen der gezielten Wiederauffindbarkeit.

zum blog vom 25.11.2023: SOPHIE JULIANE WEILER, Augsburg