Straßen, Plätze und Denkmäler tragen Namen aus Sagen und Mythen – Figuren, die nie gelebt haben, aber seit Jahrhunderten im öffentlichen Raum präsent sind. Diese Seite versammelt sie: nach Sagenkreis geordnet, mit Verweisen auf die Orte, wo ihre Namen bis heute im Stadtbild stehen.—
Nibelungensage, Nibelungenlied
Kriemhild, Brunhilde, Ute – Figuren aus dem mittelhochdeutschen Nibelungenlied (um 1200) haben in der Metropolregion Nürnberg ganze Straßenzüge und ein eigenes Stadtviertel geprägt. Die moderne Rezeptionsgeschichte reicht von der Romantik über den Nationalismus und die NS-Zeit bis in die Nachkriegsjahrzehnte.
→ Nibelungensage, Nibelungenlied
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Kudrunsage, Kudrunlied
Kudrun (auch: Gudrun) ist die Hauptfigur eines anonymen mittelhochdeutschen Heldenepos aus dem 13. Jahrhundert – ein eigenständiger Sagenkreis, der in der Rezeption oft im Schatten der Nibelungen steht.
→ Kudrunsage, Kudrunlied – Straßen in der Metropolregion
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Nordische Mythologie: Nornen, Walküren, Freyja, Frigga, Erda
Skuld, Werdandi und Urd – die drei Nornen der nordischen Mythologie – weben an den Schicksalsfäden aller Lebewesen. Walküren wählen die Gefallenen auf dem Schlachtfeld. Freyja, Göttin der Liebe und des Krieges, und Frigga, Göttin der Ehe und Weisheit, gehören zu den mächtigsten Gestalten der nordischen Überlieferung. Erda, die Erdgöttin, tritt bei Wagner als prophetische Gestalt auf und verbindet nordische Mythologie mit dem 19. Jahrhundert.
Alle diese Namen tauchen bis heute in Straßen der Metropolregion auf.
Allerdings:
Während Nibelungen und Kudrun als Schulstoff Generationen geprägt haben und die Antike als Bildungsideal des 19. Jahrhunderts gilt, ist die nordische Mythologie heute vor allem als Quizwissen präsent, oder als Hintergrundfolie für Fantasy-Literatur und Popkultur.
Wer also z.B. vor einem Straßenschild namens „Nornenweg“ steht, muss nicht nur wissen, wer die Nornen sind. Sie/er wird sich auch mit viel mehr Recht fragen: Welche Bedeutung haben sie? Warum wurde ausgerechnet dieser Name gewählt – und von wem?
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Griechisch-römische Mythologie: Diana, Minerva, Fortuna
Diana, Göttin der Jagd, ist die meistgenannte antike Figur im Straßenbild der Metropolregion: sie taucht in fast jedem Bezirk auf. Minerva, Göttin der Weisheit und des Handwerks, und Fortuna, Göttin des Glücks und des Schicksals, ergänzen das Bild: Die Antike war dem 19. Jahrhundert, das den Großteil dieser Straßen benannte, ein Reservoir von Bildungsidealen und ein Reservoir von weiblichen Gestalten, die symbolisch aufgeladen werden konnten, ohne als reale Frauen politisch unbequem zu werden.
Diana – Straßen in der Metropolregion
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Wagner-Figuren im Stadtraum
Bayreuth ist ein Sonderfall.
Die Stadt benennt Straßen nach Figuren aus Richard Wagners Opern: Frauengestalten, die Wagner aus mittelalterlichen Sagen destilliert, neu erfunden oder grundlegend umgedeutet hat. Erda, Fricka und Sieglinde entstammen dem nordischen Mythos, Kriemhild und Brunhilde dem Nibelungenlied – aber alle stehen in Bayreuth im Zeichen der Bühne, nicht der Quelle. Kundry, Isolde, Senta: Wagners eigene Schöpfungen, die im Stadtbild fortleben.
Straßen in Bayreuth (Oberfranken):
Brunhildstraße – Nibelungensage / Oper Der Ring des Nibelungen
Elsastraße – Elsa von Brabant, Oper Lohengrin [1958]
Erdastraße – Oper Der Ring des Nibelungen [1958]
Frickastraße – Oper Der Ring des Nibelungen [1958]
Gutrunestraße – Oper Der Ring des Nibelungen
Isoldenstraße – Oper Tristan und Isolde
Kriemhildstraße – Nibelungensage / Oper Der Ring des Nibelungen [1957]
Kundryweg – Oper Parsifal [1962]
Ortrudweg – Oper Lohengrin [1962]
Sentaweg – Oper Der Fliegende Holländer [1953]
Sieglindestraße – Oper Die Walküre (Der Ring des Nibelungen) [1970?]
Walkürenstraße – Oper „Der Ring des Nibelungen“ [?]
→ Straßen in Bayreuth (Oberfranken)
Recherchestand: 05.2026
