Das Kudrunlied entstand ca. 1230/40, ungefähr zur gleichen Zeit wie das Nibelungenlied (ca. 1200), mit dem es bis heute verglichen und gegen das es beständig ausgespielt wird. „Gegen-Nibelungenlied“, Gegenentwurf“ ist das Wort, das in der germanistischen Forschung immer wieder fällt:
Wo die Nibelungen in Rache und totaler Vernichtung. enden, dominiert beim Kudrunlied am Ende Ausgleich und Versöhnung.
Das Nibelungenlied hatte eine wesentlich stärkere nationale und politische Wirkungsgeschichte. Es wurde zum deutschen Nationalepos erklärt, zur „teutschen Ilias“ und schließlich zum Instrument nationalsozialistischer Propaganda. Die Kudrunsage blieb dagegen allenfalls randständig bekannt und präsent.
Nichtsdestotrotz begegnet man Kudrun im Straßenbild der Metropolregion als Gudrunstraße, benannt um 1900, eine Zeit, als sich mehrere Sagenstoffe und bürgerliches Bildungsideal im Stadtbild einschrieben. Aber die Statistik belegt deutlich die unterschiedliche Bedeutung beider Sagen:
5 Gudrunstraßen im Vergleich zu 25 Straßen, dic sich auf die Nibelungen beziehen (Brunhild, Kriemhild, Sieglinde, Ute)
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ROTER FADEN „Kudrun“: Drei Teile, eine Hauptfigur
Das Kudrunlied gliedert sich in drei Teile.
Der erste, der Hagenteil, erzählt von Kudruns Großvater Hagen – als Kind von Greifen entführt, auf einer einsamen Insel aufgewachsen, schließlich heimgekehrt und König geworden.
Der zweite, der Hildeteil, handelt von Kudruns Mutter Hilde: Sie wird von Hetel entführt, ihr Vater Hagen verfolgt die Flüchtenden, es kommt zur Schlacht – und schließlich zur Einigung.
Der dritte, der Kudrunteil, steht im Zentrum: Kudrun selbst, Tochter von Hilde und Hetel, wird von Hartmut von Normandie entführt, nachdem ihr Verlobter Herwig und ihr Vater im Kampf unterliegen. Viele Jahre lang verweigert sie die Heirat mit Hartmut und wird dafür zur Demütigung gezwungen: Sie muss als Wäscherin an der Küste knien.
Diese Szene ist die bekannteste des Epos. Kudrun bricht nicht. Sie wartet. Und als ihre Befreier schließlich kommen, verzichtet sie auf Rache. Sie vermittelt, versöhnt, stiftet Ehen zwischen den verfeindeten Parteien.
Ob das eine weibliche Tugend oder eine weibliche Zumutung ist, darüber lässt sich trefflich streiten.
Die Namen der Figuren variieren je nach Überlieferungsfassung. „Kudrun“ und „Gudrun“ bezeichnen dieselbe Figur. Die Schreibweise mit K ist die ältere mittelhochdeutsche, die mit G die neuhochdeutsch verbreitete.
Nürnberg – mit eigener Recherche
Gudrunstraße, Nürnberg-Lichtenhof
Weitere Orte – ohne gesonderte Recherche
Mittelfranken
Gudrunstraße, Lauf an der Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land)
Gudrunstraße, Schwarzenbruck (Landkreis Nürnberger Land)
Gudrunstraße, Wendelstein (Landkreis Roth)
Gudrunstraße, Zirndorf (Landkreis Fürth)
Oberfranken
Gudrunstraße, Helmbrechts (Landkreis Hof, Saale)
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weiterführende Links
Kudrun (Wikipedia)
Geografische Namen im Kudrunlied (Wikipedia)
Alma Johanna Koenig (Wikipedia)
interne Links
Nibelungensage, Nibelungenlied
Recherchestand: 05.2026
