Erlangen – Straßen, Wege und öffentliche Räume

Erlangen zeigt besonders deutlich, wie Frauen im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden – oder lange unsichtbar blieben. Viele Straßenbenennungen entstanden erst in den 1970er Jahren oder noch später. Auffällig ist außerdem, dass bestimmte Stadtteile thematische Schwerpunkte besitzen: In Frauenaurach finden sich zahlreiche Schriftstellerinnen und Frauenrechtlerinnen, während im Röthelheimpark verstärkt Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen und sozial engagierte Frauen geehrt werden.

Viele Straßen wurden 1972 benannt. Das deutet auf eine größere Erschließungs- oder Planungsphase hin, in der verstärkt Frauennamen berücksichtigt wurden.

Erlangen aus Frauenperspektive!

In diesen Stadtteilen finden Sie Straßen u.ä. mit Frauennamen:

Alt-Erlangen, Bruck, Büchenbach, Dechsendorf, Eltersdorf, Erlangen-Innenstadt, Erlangen-Ost, Erlangen-Süd, Frauenaurach, Siemensanlage

Alt-Erlangen

Auguste
Killinger
[Auguste Killinger’sche Waisenstiftung]

[1972]

Bruck
Die Frauenstraßen in Bruck zeigen einen Schwerpunkt auf Bildung, Wissenschaft und politischem Engagement. Besonders auffällig ist die frühe Würdigung von Frauen aus Wissenschaft und Widerstand.

Elise Spaeth
1868 – 1935
erste Erlanger Stadträtin (ab Juni 1919),
Begründerin des Erlanger Lehrerinnen-
vereins und erste Schul-
leiterin in ER

[1966]
Sophie Scholl
1921 -1943
Widerstands-kämpferin gegen NS-Diktatur
(hingerichtet)

[1967]
Emmy Amalie Noether
1882 -1935
Mathematikerin
+ Vater Max

[1960]

Büchenbach
In Büchenbach treffen religiöse und historische Frauengestalten auf lokalpolitische Persönlichkeiten. Mehrere Benennungen stammen aus den Ausbauphasen der Nachkriegszeit.

Margarete Dressel
1886 – 1963
SPD-Stadträtin (1919)
Kunigunde von Luxemburg
um 980 – 1033
Kaiserin

[1956]
Walburga
um 710 –
779/780
Äbtissin

[1963]

Dechsendorf

Fortuna
röm. Glücks- und Schicksals-
göttin


[1972]

Eltersdorf

Anna Goes
1896 – 1969
Stifterin

[1972]
Anna Wüstling
1892 – 1972
Stifterin

Erlangen-Innenstadt
Die Innenstadt verbindet historische Stifterinnen, markgräfliche Geschichte und moderne Erinnerungskultur. Hier zeigt sich besonders gut, wie unterschiedliche Epochen weibliche Sichtbarkeit geprägt haben.

Lilli Bechman-Rahn
1911 – 1970
Philosophin

[2016]
Ilse Sponsel
1924 – 2010
langjährige Beauftragte für die ehemaligen jüdischen Mitbürger*innen Erlangens

[2011]
Margaretha Stock
1758 – 1829
Wegbereiterin der Erlanger Ökumene

[2004]
Julie
gest. 1887
und Salomon
Pauli
Stifter des Kunstbrunnens am Marktplatz
(pdfRede Dr. Balleis)

[1884]
Karoline Sophie Marie
1737 -1817
„Erlanger Markgräfin“

[1898]
Christiane Katharine Nannette Will
1813 – 1891
und Ehemann Joh. Ernst
„Will’sche Stiftung“

[1949]

Erlangen-Ost/ER-Röthelheimpark
Im Röthelheimpark entstand ein außergewöhnlich hoher Anteil an Straßenbenennungen nach Frauen. Viele Namen erinnern an Politikerinnen, Pädagoginnen, Wissenschaftlerinnen und Frauen aus sozialen Bewegungen.

Anna Pirson
1887 -1976
stellv. Bürgermeisterin (1949 – 1952)

Ehemann:
Julius Pirson

[1972]

Anna Rosenthal
1841 – 1928
Gründerin Erl. Zweig des Bayr. Frauenvereins Rotes Kreuz

[1998]
Doris Ruppenstein
1870 – 1939
Aktiv für Arbeiterfrauen (SPD)

[1999]
Elisabeth
1674 – 1748
3. Ehefrau des Markgrafen Christian Ernst

[1951]
Emma Brendel
1895 – 1985
Lehrerin
Stadträtin

[1998]
Rosa
1808 – 1919 und
Maria
1840 – 1886
Vömel
Gründerinnen des Vömelschen Instituts (1873)

[1999]
Helene Richter
[Helene Richter Award]
NS-Opfer
1861 – 1942 (im KZ Theresien-
stadt)

[1998]
Luise Kiesselbach
1863-1929
Armenpflegerin
Frauenrechtlerin
Sozialpolitikerin

[1998]
Marie Curie
1867 – 1934
Nobelpreisträgerin für Physik und Chemie

[1998]
Petra Kelly
1947 –
ca. 01.10.1992
Politikerin (Grüne)

[2011]
Rita Schüßler
1906 – 2004
Ärztin
SPD-Stadträtin (1960 -1972)
Bildhauerin

[2004]
Markgräfin
Wilhelmine von Bayreuth

1709 – 1758

[1935]

Erlangen-Süd

Minna Cauer
1841 – 1922
Pädagogin
Frauen-
rechtlerin

Frauenaurach
Frauenaurach gehört zu den auffälligsten Bereichen Erlangens: Hier entstand ein ganzes Netz von Straßen mit Frauennamen. Besonders präsent sind Schriftstellerinnen, Frauenrechtlerinnen, Künstlerinnen und religiöse Persönlichkeiten.

Agnes Bluhm
1862 – 1943
Ärztin

[1972]

Agnes Miegel
1879 – 1950
Schriftstellerin
Journalistin


[1972]
Agnes Sapper
1852 – 1992
Jugendbuch-
autorin

[1972]
Anne Frank
1929 – 1945
NS-Opfer
(Tod in KZ)

[1983]
Annette Kolb
1870 – 1967
Essayistin

[1972]
Anna
Barth-Blendinger

1884 – 1971
Gründerin des Erl. Zweigs des Hausfrauen-
bundes;
erste bayerische Hauswirtschafts-
lehrerin

[1976]
Bertha von Suttner
1843 – 1914
Journalistin, Schriftstellerin
1. Friedens-
nobelpreis-
trägerin 1905

[1972]

blog2
blog „Die Waffen nieder“


Clara Josephine
Schumann

1819 – 1896
Pianistin
Komponistin

blog
BernauerstraßeAgnes Bernauer
1410-1433
seit 1428 rechtmäßige Gattin des niederbayerischen Herzogs Albrecht. Wurde auf Geheiß ihres Schwiegervaters in Straubing in der Donau ertränkt

[1972]
Cosima Wagner
1837 – 1930
Wagner-
Chronistin
Festspiel-
verwalterin
Regisseurin
Elisabeth Auer
Priorin des Klosters Frauenaurach (1436 – 1451)

[2004]
Elly
Heuss-Knapp

1881 – 1952
Lehrerin
Sozialpolitikerin
Schriftstellerin
Gründerin des Müttergene-
sungswerks

[1972]
Elsa Brandström
1888 – 1948
schwed. Rotkreuz-
schwester
„Engel von Sibirien“

[1972]
Fanny Hensel
1805 – 1847
Komponistin
Pianistin

[1972]
Gertrud Bäumer
1873 – 1954
führende Publizistin der dt. Frauen-
bewegung

[1972]
Helene Lange
1848 – 1930
Gründerin Lehrerinnen-
verein (1890)

[1972]
Ina Seidel
1885 – 1974
Lyrikerin, Erzählerin

[1972]
Käthe Kollwitz
1867 – 1945
Grafikerin
Bildhauerin

[1972]
Selma Lagerlöf
1858 – 1940
schwed. Schriftstellerin
Literatur-
Nobelpreis
Maria
Lass-Wrabetz
1910 – 1984
engagiert in der med. Versorgung der Bevölkerung nach WK II

[1972]
Nelly Sachs
1891 – 1970
schw.-dt. Lyrikerin
Literatur-
Nobelpreis (1966)

[1972]
Ricarda Huch
1864 – 1927
Lyrikerin
Essayistin

[1973]
Sophie Friederike von Lentersheim
1683 Heirat

[2004]
Elisabeth von Andechs-
Meranien

um 1225 –
1273
Mitbegründerin des Klosters Frauenaurach (1250)

[2004]
Kunigunde von Wallenrod
1480 -1549
letzte Äbtissin der Dominika-
nerinnen

[1972]
Appolonia Heinrichs-
dörfer
war Kirchen-
baumeisterin in Frauenaurach
[2000]

innerhalb Siemensanlage

Marie Curie
1867 – 1934
Nobelpreisträgerin für Physik und Chemie

*Jahresangaben in eckiger Klammer geben das Jahr der Straßenbenennung an

Frauen in Mittelfranken

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Quellen u.a.:
hedayati.eu (diese Seite bietet einen guten Einstieg für alle, die sich mit den Straßennamen Erlangens näher beschäftigen möchten.

Recherchestand Straßen: 06.2021