Landkreis Fürth – Straßen, Wege und öffentliche Räume

Im Landkreis Fürth erinnern vergleichsweise wenige Straßen an Frauen. Sichtbar werden dabei vor allem religiöse Figuren, Künstlerinnen und einzelne historische Persönlichkeiten. Auffällig ist außerdem, dass weibliche Straßennamen vor allem in neueren Wohngebieten auftreten, während sie in älteren Ortskernen kaum vertreten sind.

Zwischen den Gemeinden zeigen sich deutliche Unterschiede: Einige Kommunen vergeben bewusst Straßen nach Frauen, andere weisen bislang kaum weibliche Namensgebungen auf. Die Übersicht macht sichtbar, welche Formen weiblicher Erinnerungskultur im Landkreis dominieren.

der Landkreis aus Frauenperspektive

In diesen Orten finden Sie Straßen u.ä. mit Frauennamen:

Oberasbach, Roßtal, Stein, Veitsbronn, Wilhermsdorf, Zirndorf

Oberasbach



Amalie
Sophie Scholl
1921 – 1943
Widerstands-kämpferin gegen NS-Diktatur
(hingerichtet)
Käthe Kollwitz
1867 – 1945
bildende Künstlerin


Sophie

Roßtal

Auffällig ist in Roßtal, dass mehrere nach Frauen benannte Straßen einen Bezug zur Stadt Nürnberg oder zur mittelfränkischen Region besitzen. Das verweist auf die enge historische und infrastrukturelle Verbindung Roßtals mit dem Nürnberger Ballungsraum. Einzig Pfalzgräfin Irmingard von Hammerstein hat einen direkten Bezug zu Roßtal.

Caritas Pirckheimer
1467 – 1532
Äbtissin (Klarissin) in Nürnberg

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Elisabeth Krauß
1569 – 1639
Nürnberger Stifterin
Frieda Fronmüller
1901 – 1992
Kirchenmusik-Direktorin
Henriette Feuerbach
1812 – 1892
Schriftstellerin, Pianistin
Pfalzgräfin Irmingard von Hammerstein
Stifterin der St. Laurentius Kirche (um 1030)
Maria Magdalena
biblisch (NT)
Maria-Magdalena-Kirche
Sophie Hoechstetter
1843 – 1943
Schriftstellerin

Stein

Sophie Ottilie von Faber-Castell sollte nach dem Wunsch ihres Großvaters Unternehmerin werden. Doch als Frau blieb ihr dieser Weg verschlossen. Ein Buch und ein Film erzählen ihre tragische Lebensgeschichte.

BertaDiana
röm. Göttin der Jagd
Sophie Ottilie von Faber-Castell
1877 – 1944
Inhaberin der Firma

Veitsbronn

Auf den ersten Blick haben Caritas Pirckheimer und Luise Rinser wenig gemeinsam. Doch beide Frauen überschritten die Grenzen ihrer Zeit: durch Bildung, überregionale öffentliche Sichtbarkeit und den Anspruch, gehört zu werden.

Caritas Pirckheimer
1467 – 1532
Äbtissin (Klarissin) in Nürnberg
Luise Rinser
1911 – 2002
Schriftstellerin

Wilhermsdorf

Franziska Barbara von Welz zu Wilmersdorf
1666 – 1718
„Wohltäterin von Wilhermsdorf“
Sophie Scholl
1921 -1943
Widerstands-kämpferin gegen NS-Diktatur
(hingerichtet)

Zirndorf

Zirndorf: Schriftstellerinnen, Politikerinnen und zwei Frauen aus der Nibelungensage prägen die weiblichen Straßennamen der Stadt.

Clara Viebig
1860 – 1952
Literatin
(zwischen 1900 und 1915 Höhepunkt ihrer Karriere)
Freyja
nord. Göttin der Liebe und Ehe
Gudrun
Kudrunsage
Luise Rinser
1911 – 2002
Schriftstellerin
Kriemhild
Nibelungen-
sage

Marie Juchacz
1879 – 1956
Politikerin (SPD)
Gründerin der AWO;
Spricht als erste Frau in einem dt. Parlament

Ruth Bader
gest. 1985
Zweite Bürgermeisterin von Zirndorf;
Vorsitzende des CSU-OV Zirndorf
1972-1985
Frauen in Mittelfranken
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Statement der "Südstädterin": Biografien sind politisch. Sichtbarkeit ist eine Machtfrage. (Stadt-)Geschichte ist nicht neutral. Hier geht es um Frauen. Punkt. Global & europäisch – Geschichte endet nicht an Grenzen.

Recherchestand Straßen: 06.2021