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sammeln

Eine so simple Frage: Warum sammeln wir Menschen so gerne?

Und gar nicht so simple Antworten – wohl so viele wie es Menschen gibt:

  • sammeln, um zu überleben
  • sammeln für „Winterzeiten“ – im realen und übertragenen Sinn
  • Kampf gegen das Vergessen
  • in feste Form/Materialien gefasste Erinnerung an Menschen, Situationen, Orte …
  • um Antworten auf (existentielle) Fragen zu bekommen/zu haben
  • Wunsch nach Vertiefung eines Themas
  • Vernetzung mit anderen Menschen
  • intensives Interesse an einem Thema
  • Langeweile
  • ausgeschriebene Wettbewerbe oder Aufforderungen
  • sammeln für berufliche Aufgaben
  • verpflichtendes Sammeln für die Steuererklärung
  • Freude an Besitz
  • Unterstützung anderer Menschen
  • um sich an Sammlungen zu erfreuen – ob als Sammler*in oder als  Betrachter*in
  • Freude am Entdecken
  • wichtiges Erbe weiter führen

Spannend, aber manchmal auch problematisch bis hin zu krank machend wird es beim Umgang mit Sammlungen:

  • sammeln wir nur auf begrenzte Zeit? Wann dürfen wir die Sammlung dann wegwerfen?
  • sammeln wir ohne Zeitlimit, einfach als befriedigende Lebens(abschnitts)aufgabe?
  • sammeln wir (nur) für uns privat?
  • veröffentlichen wir unsere Sammlungen?
  • wie bewerten wir und andere unsere Sammlungen – monetär, ideell?
  • wohin mit unseren Sammlungen?
  • wohin mit unseren angefangenen Sammlungen, die wir nicht mehr weiter führen wollen?
  • was tun, wenn uns ein seltenes Teil fehlt? Wie groß ist unser „Mut zur Lücke“?
  • wie lagern und erhalten wir die Sammlung?
  • was tun mit fremden Sammlungen, die uns bewusst anvertraut werden?
  • was tun mit fremden Sammlungen, die uns einfach zufallen (z.B. durch Erbe)?
  • wie umgehen mit Sammlungen im Computer, in der Cloud?
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נָעֳמִי nå‘åmî (II)

Als die Fürther Kulturpreisträgerin 2020 Gisela Naomi Blume zum Judentum konvertierte, nahm sie den Namen „Naomi“ an.

Die Namensgeberin Naomi lebte vor rund 3000 Jahren im heutigen „Nahen Osten“, u.a. in Bethlehem. Eine Frau, die sich zusammen mit ihrer Schwiegertochter Ruth für viele Menschen weltweit positiv ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Deren Geschichte (erstaunlicherweise?) mündlich und schriftlich weitertradiert und immer wieder neu interpretiert wurde und wird.
Ein Vorgang, der 3000 Jahre später so aktuell und nachvollziehbar ist wie damals. Frauen, auf deren Vorbild sich bis heute (nicht nur) Frauen beziehen.

Wegen Hungersnot im eigenen Land wandert ein Ehepaar (Naomi und ihr Mann) mit seinen beiden Söhnen in ein fremdes Land aus, ein Land mit anderer Sprache, Sitten und Gebräuchen, anderer Religion.

In unserer heutigen gesellschaftlichen Situation leicht vorzustellen, welcher Hilfsbereitschaft sie begegnen, aber auch welchen Unterstellungen, Anfeindungen und Angriffen sie ausgesetzt sind, welche Schwierigkeiten sie haben mit dem Lernen der neuen Sprache, den Sitten und Gebräuchen, und welche Schwierigkeiten als Andersgläubige.

Erwachsen, offensichtlich in der neuen Heimat integriert, heiraten die Söhne Frauen aus der neuen Heimat.

Wie die beiden Familien darauf reagieren, ist nicht überliefert – nur, dass Naomi und ihre Schwiegertöchter ein Vertrauensverhältnis pflegen.

Naomis Ehemann stirbt. Die Söhne sterben kinderlos.
Naomi entscheidet sich, zurück in die alte Heimat zu gehen.
Sie empfiehlt ihren Schwiegertöchtern, in deren eigenen Land eine neue Familie zu gründen.

Nach damaligen Regeln und als alte Frau ein mehr als großzügiges Angebot.

Ruth entscheidet sich – bewusst und freiwillig – gegen diesen Rat und geht mit Naomi in deren Heimat. Als Ausländerin integriert sie sich in das „Schwieger“land und gründet dort (nach deren Regeln) eine neue Familie.

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נָעֳמִי nå‘åmî (I)

Einen besonderen Weg des Erinnerns beschreitet die Fürther Kulturpreisträgerin 2020 Gisela Naomi Blume:
Sie forscht, dokumentiert und veröffentlicht seit gut dreißig Jahren zum jüdischen Leben in Fürth/Bay. in den letzten 350 Jahren.
Ausführliche Informationen zu ihr und zu ihrer Arbeit im FN-Artikel vom 14.11.2020.

„Erinnern ist auch ein Teil von Kultur!“
„Was den Menschen in der Shoah angetan wurde, bleibt. Die Erinnerung nimmt keiner ab. Mein Bestreben war, heute ein positives Zeichen zu setzen.“
(G. N. Blume im FN-Artikel)

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erinnern

Je mehr ich nachdenke und Artikel aus den verschiedensten Wissenschaftsbereichen dazu lese, umso schwieriger wird es mir, den Vorgang des „Erinnerns“ knapp und zusammenfassend zu beschreiben.

Am besten zusammengefasst finde ich noch diese Beschreibung: „Erinnerung“ ist das (absichtliche oder unabsichtliche) „Abrufen“ von in verschiedenen Formen/Medien/Materialien gespeicherten Geschehnissen der Vergangenheit.

Aus biologischer Sicht ist „erinnern“ ein im Gehirn abgespeicherter Impuls, der sich mit rund 10.000 weiteren Nervenzellen vernetzt.

Kein Wunder, dass jede Erinnerung ein-malig und individuell ist.
Kein Wunder, dass es keine „objektiven“ Zeugen gibt.
Kein Wunder, dass es keine „objektive“ allumfassende Erinnerung geben kann, sondern nur Priorisierungen durch vorangegangene Vernetzungen.
Kein Wunder, dass Erinnerung auch manipulierbar ist.

Um so interessanter wird es dadurch für mich, mich mit der individuellen und kollektiven Erinnerung einer Region zu beschäftigen – auf diesen Seiten konkret mit der der Metropolregion Nürnberg.

Wie sehen diese Erinnerungen aus? Welche Prioritäten waren und sind der Region wichtig? Wie viele Gemeinsamkeiten gibt es in dieser (nur) geografisch eindeutig zu definierenden Region? Gibt es eine breite gemeinsame Erinnerungskultur trotz verschiedener geschichtlicher Erfahrungen der einzelnen Orte und Landschaften? Wie unterscheidet sich die Erinnerungskultur von Einzelpersonen von der der Region?
An welchen Themen können wir diese Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede festmachen?

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… aber schön wäre es schon!

zu lebenheißt nicht notwendigerweise
sichtbar zu sein heißt nicht notwendigerweise
gesehen zu werden heißt nicht notwendigerweise
erkannt zu werden heißt nicht notwendigerweise
anerkannt zu werden  heißt nicht notwendigerweise
höflich behandelt zu werdenheißt nicht notwendigerweise
fair entlohnt zu werden heißt nicht notwendigerweise
bekannt zu werden heißt nicht notwendigerweise
erinnert zu werdenheißt nicht notwendigerweise
gerne erinnert zu werden
aber schön wäre es schon!
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ein Netz

Ein Netz ist eine schöne Sache. Es ist für seine Größe so schön leicht. Es gibt keine äußere Begrenzung, man kann daran immer weiter knüpfen. Ein Knoten hier – ein Knoten da – und dazwischen enorm viel Freiraum!

Und doch:
– ein Netz ist enorm belasstbar, egal ob dicke oder dünne Fäden sich verknüpfen, ob organische oder anorganische Fäden.
– ein Netz ist flexibel: je nach Situation dehnt es sich, verformt sich, zieht sich zusammen
– ein schadhafter Knoten zerstört nicht das Netz, wenn man ihn rechtzeitig verstärkt, repariert, neu verknüpft
– ein Netz kann, muss aber nicht ortsgebunden sein
– ein Netz ist leicht transportierbar, mit anderen Netzen verknüpfbar

Damit ein Netz nicht zerstört wird, müssen nur zwei Bedingungen beachtet werden:
– keine Missachtung! Keine Herablassung! Keine Gewalt!
– Die Freiräume müssen erhalten bleiben!

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sich vernetzen

Knüpfen Sie mit am Netz!