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Nadja Bennewitz – Zuhause in mehreren Heimaten

Beide Regionen – Franken und Italien – sind Heimaten, die N. Bennewitz‘ Leben geprägt haben und untrennbar mit ihrem Beruf verbunden sind:
Sie wuchs teilweise in Mailand auf und studierte in Erlangen Italoromanische Philologie neben mittlere und neuere Geschichte.

Heimat Erlangen/Nürnberg: Städte voller Frauen-/Geschlechtergeschichte

Seit 1996 erforscht Nadja Bennewitz freiberuflich die lokale Frauengeschichte vorwiegend Erlangens und Nürnbergs.

Erlangen

als „Hugenottenstadt“, als Heimat der Friedrich-Alexander-Universität und mit Hauptquartier von Siemens … allein schon diese drei Fakten bieten reichhaltiges historisches Material für ihre Forschungen und Veröffentlichungen.

Nürnberg

bietet ebenfalls eine reiche Grundlage für ihre Arbeit – von mittelalterlichen Äbtissinnen wie Caritas Pirckheimer über den frauenrechts-engagierten Frauen im frühen 20. Jahrhundert bis hin zu Frauen in der NS-Zeit (ob Anhängerinnen, Widerständlerinnen oder Opfer).

Engagement

Durch Publikationen, Vorträge, Stadtführungen, Exkursionen und Ausstellungen macht sie all diese (oft wenig bis gar nicht bekannten) Frauen bekannt und greifbar. Damit zeigt sie die oft übersehenen Beiträge von Frauen zur Entwicklung der Städte auf.

So ist es nicht verwunderlich, dass sie sich auch gesellschafts-/ frauenpolitisch engagiert, z.B. mit ihrem Engagement, dass mehr Straßen nach Frauen benannt werden sollen.

Beruf

Seit 2007 ist N. Bennewitz auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Erlangen-Nürnberg tätig. Hier unterrichtet sie zukünftige Lehrerinnen und Lehrer im Fach Geschichtsdidaktik.
Ihre Seminare, z.B. 2024/25 „Quellen und Medien im Heimat- und Sachunterricht“, verbinden Geschichte mit innovativen Vermittlungsformen wie Podcasts oder Oral History-Projekten.

Heimat Italien: Städte voller Frauen-/ Geschlechtergeschichte

Venedig

Neben Mailand als Stadt der Kindheit spielt besonders Venedig eine zentrale Rolle für ihre Arbeit.
Hier verbrachte sie ein Forschungsjahr. Hier erforscht(e) sie Künstlerinnen wie Rosalba Carriera oder Giulia Lama sowie die Rolle von Frauen im Widerstand gegen Faschismus (‚Resistenza‘) während des Zweiten Weltkriegs.

Bildungsreisen

Ihre heutigen Bildungsreisen nach Italien führen interessierte Frauen aber auch nach Rom und in die Region Marken.

Rom

In Rom erleben die Teilnehmerinnen die „ewige Stadt“ als „Stadt der Frauen“, entdecken die Geschichten von antiken Römerinnen, Vestalinnen (Priesterinnen im antiken Rom), Ordensgründerinnen und Künstlerinnen bis hin zu Frauen des Widerstands gegen Faschismus.

In den Marken

„In den Marken“, einer touristisch wenig bekannten Region Mittelitaliens, stehen ‚Resistenza und gelebte internationale Solidarität‘ während der deutschen Besatzung, Kunst und Avantgarde in der Nachkriegszeit und weitere Frauen wie z.B. Dr. Maria Montessori im Mittelpunkt.

Zuhause in mehreren Heimaten

Durch ihren Blick auf verschiedene Heimaten ergeben sich überregionale Verbindungen und neue Perspektiven auf historische Entwicklungen.

Geschichte endet nicht an geografischen Grenzen.
Geschichte endet nicht an wissenschaftlichen Grenzziehungen.

Ehrungen

1998 „Frauenpreis der Stadt Nürnberg“: N. Bennewitz erhielt den Preis für „Vermittlung & Forschung im Bereich regionale Frauengeschichte“.

1998 Argula-von-Grumbach-Preis: von der Evangelischen Landeskirche Bayern verliehen, und zwar für ihren wissenschaftlichen Beitrag über Frauen in der Reformation.

2023 Alternativer Medienpreis in der Kategorie Geschichte: gemeinsam mit Michael Liebler für das Radio-Feature „Unser Haus“ in der historischen Sendereihe „Zwischenfälle“ auf Radio Z.

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💡🔍 Nadja Bennewitz, Hlstorikerin M.A.:

– Seit 1996 selbständig mit dem Forschungsschwerpunkt regionaler und italienischer Frauen- und Geschlechterforschung.
– Seit 2007 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Department Fachdidaktiken, Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte, Nürnberg.
– Dozentin in der Erwachsenenbildung mit breitem Angebot an Vorträgen, Rundgängen,  Führungen, Exkursionen und Bildungsreisen
(mehr auf ihrer Webseite)

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🔍 weiterführende Links

Nadja Bennewitz

Medien und Projekte

Beiträge von Nadja Bennewitz in der

  • FIDEW-Zeitschrift „Heimaten“ (2003) – Frauen in der Einen Welt Gesamtinhalt und Einzelartikel
    • „Von heimeligen Hausbesitzern und unheimlichen Vaganten. Auf der Suche nach „Heimat“ in Mittelalter und Früher Neuzeit“ (pdf)
    • „Eine Weltenbürgerin: Die Zeitzeugin Rosa D. aus Nürnberg“ (pdf)

🔍 Serie „Heimaten“

Statement der Südstädterin: Biografien sind politisch. Sichtbarkeit ist eine Machtfrage. (Stadt-)Geschichte ist nicht neutral. Hier geht es um Frauen. Punkt. Global & europäisch – Geschichte endet nicht an Grenzen.

Stand 10.2025

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Die Waffen nieder!

1889: veröffentlichte Bertha von Suttner das Buch „Die Waffen nieder!“

#suedstaedterin
weiterführende Links

🔵 Die Hauptperson Martha verliert ihre positive Einstellung zum Krieg durch diese vier Kriege:

❶ Mit 19 J. verliert Martha ihren ersten Mann im „Sardinischen Krieg“ (1859).
Kriegsgrund: zweiter „Italienischer Unabhängigkeitskrieg“.
Gegner: Kaisertum Österreich gg. Sardinien-Piemont und französisches Kaiserreich.

Deutsch-Dänischer Krieg (1864): Marthas zweiter Mann ist Offizier.
Kriegsgrund: Konflikt um die Herzogtümer Schleswig und Holstein.
Gegner: Preußen und Kaisertum Österreich gg. dänischen Gesamtstaat.

Deutscher Krieg (1866): Marthas Schwestern und ihr Bruder sterben bei einer Choleraepidemie.
Kriegsgrund: zweiter deutscher Einigungskrieg.
Gegner: Deutscher Bund unter Führung Österreichs gg. Preußen und dessen Verbündete

Deutsch-Französischer Krieg (1870/71): Marthas zweiter Mann wird als angeblicher preußischer Spion standrechtlich erschossen.
Kriegsgrund: Streit zwischen Frankreich und Preußen um die spanische Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen.

🔰 Den Roman „Die Waffen nieder!“ – und mehr – kann man kostenlos im „Projekt Gutenberg“ nachlesen und herunterladen.

🔍 Interne Links – Straßen:

🔍 blog Friedensnobelpreisträgerinnen

Liste der Friedensnobelpreisträgerinnen. Blogartikel geschrieben 2022 und 2025

    Stand 02.2025

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    BERTHA VON SUTTNER (9.06.1843 – 21.06.1914)

    #suedstaedterin

    weiterführende Links:

    🔴 FRIEDENSNOBELPREIS 1905: als erste Frau überhaupt

    🔵 Kindheit und Jugend
    Bertha von Suttner wurde als Bertha Sophia Felicita Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau in Prag geboren. Ihr Vater, ein Feldmarschalleutnant, verstarb kurz vor ihrer Geburt.
    Sie erhielt eine standesgemäße Ausbildung, lernte u.a. mehrere Sprachen, darunter Französisch, Italienisch und Englisch.
    Trotz ihrer aristokratischen Herkunft wurde die Familie nach dem Tod des Vaters von finanziellen Sorgen geplagt, da ihre Mutter das Familienvermögen verspielte. Dies führte dazu, dass Bertha später gezwungen war, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.

    .Sie arbeitete als Hauslehrerin in der Familie von Suttner und kurz für Alfred Nobel im Büro.

    🔵 Ehe
    Als Hauslehrerin verliebt sie sich in den 7 Jahre jüngeren Sohn Artur von Suttner. Diese Verbindung wurde als nicht standesgemäß und skandalös angesehen. Bertha wurde entlassen.
    Bertha und Artur heirateten heimlich. Seine Eltern enterbten ihn deshalb.
    Beide lebten 9 Jahre in Georgien und verdienten sich ihren Lebensunterhalt durch verschiedene journalistische Arbeiten.

    🌍 Zurück in Wien – Friedensaktivistin
    Engagement für eine friedliche Weltordnung.
    Ihr Antikriegsroman „Die Waffen nieder!“ (1889) machte sie weltberühmt und zu einer führenden Person der Friedensbewegung. Sie gründete Organisationen, nahm an Kongressen teil, beteiligte sich u.a. bei den Vorbereitungen zur „1. Haager Friedenskonferenz“ (1899).
    Sie sprach in den USA, auch Präsident Th. Roosevelt empfing sie.
    Sie warnte eindringlich vor Aufrüstung und einem internationalen Vernichtungskrieg.

    🟣 Engagement für Frauenrechte
    1904 nahm sie an der „Internationalen Frauenkonferenz“ des Internationalen Frauenrates in Berlin teil.

    Tod
    Sie starb kurz vor Ausbruch des 1. WK an Krebs. Ihre Urne steht im Kolumbarium auf dem Hauptfriedhof Gothas.
    Eine Verbrennung statt einer Beerdigung war zu dieser Zeit ungewöhnlich und durchaus anstößig.

    ✅ Den Roman „Die Waffen nieder!“ – und mehr von ihr – kann man kostenlos im „Projekt Gutenberg“ nachlesen und herunterladen.

    💡Text auf der Folie: Der Buchtitel „Die Waffen nieder!“

    🔍 Interne Links:

    🔍 blog Friedensnobelpreisträgerinnen

    Liste der Friedensnobelpreisträgerinnen. Blogartikel geschrieben 2022 und 2025

    Stand 02.2025

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    Gartenstadt Nürnberg

    Durch die Industrialisierung wächst Nürnberg um 1900 buchstäblich aus seinen Mauern heraus. Industriebetriebe siedeln sich südlich der Stadtmauer an. Sie ziehen sehr viele Arbeiter*innen aus Nürnberg und Wanderarbeiter*innen an.

    Bald reichten die ersten speziell dafür gebauten „Arbeiter-Häuser“ nicht mehr. Stadtviertel mussten neu angelegt werden. Die Nürnberger entschieden sich als eine der Ersten in Deutschland für das Modell „GARTENSTADT“ (ab 1902).

    Gute Arbeiter*innen mussten gehalten werden. Es brauchte also Unterkünfte für sie. Täglich je rund ½ Stunde Fußmarsch aus Nürnberg und zurück war Niemandem zuzumuten. Schon gar nicht den Frauen, die nach täglich 10-stündiger Fabrikarbeit noch Familienarbeit verrichten mussten.

    Die GRUNDIDEE hatte 1902 der britische Genossenschaftssozialist E. Howard (1850-1928) als Reaktion auf die katastrophale, ungesunde Wohn- und Lebenssituation der Industriearbeiter*innen:
    Wohnstädte ringförmig um die Kernstadt anordnen und mit ihr sternförmig vernetzen. Wichtiges Detail: die Mitbestimmung der Bewohner und lebenslanges Mietrecht, das vererbbar ist.

    Daraus entwickelte sich die weltweite GARTENSTADT-Bewegung mit Umsetzungs-Variationen (manchmal ohne Genossenschaftsaspekte). Baugenossenschaften gründeten sich.

    So entstanden in Nürnberg ab 1902
    – die ARBEITERSIEDLUNG RANGIERBAHNHOF der Bahn,
    – die WERKSIEDLUNG WERDERAU der MAN,
    – die GARTENSTADT mit gemischter Arbeiterschaft.
    Die Siedlungen stehen unter Denkmal- und Ensembleschutz.

    Die Bewohner sind allgemein bis heute stark sozialdemokratisch-genossenschaftlich geprägt.

    Jedes Haus hatte Wasseranschluss und Toiletten, dazu Kleingartenbereiche hinter den Gebäuden für Obst- und Gemüseanbau. Es gab zentral gelegene Geschäfte, Schule, Ärztehaus, Gasthaus, Kirchen, „Gesellschaftshaus“, das von Allen nutzbare Waschhaus.

    Ein dort aufgewachsener Bewohner erzählte vor Jahren, dass es in der „GARTENSTADT“ neben den individuellen Küchen der Häuser eine große Gemeinschaftsküche gab, um Frauen vom Kochen zu entlasten.

    Die VERGESELLSCHAFTUNG von ALLTAGS-KOCHEN als Entlastung für Frauen ist ein spannender Gedanke. Leider finde ich im Internet nichts Näheres zu dieser konkreten STADTTEIL-KÜCHE.

    weiterführende Links

    • Gartenstadt Nürnberg (link)
    • Unsere Gartenstadt einst & heute (link)
    • Statistische Gliederung von Nürnberg (wikipedia)
    • Gartenstadtbewegung (wikipedia)
    • Ensemble Arbeitersiedlung Rangierbahnhof (wikipedia)
    • Ensemble Gartenstadt Werderau (wikipedia)

    interne links:

    Nürnberg – Straßen, Wege, Plätze u.ä. (link)

    Quelle Impressionen des Stadtteils „Gartenstadt“: eigene Fotos 2023

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    Helene Grünberg

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    weiterführende Links:

    • 12.10.2022: Helene-Grünberg-Zentrum (link1) (link2)
    • Radio Z (link): Helene Grünberg, eine Amazone der Gewerkschaftsbewegung (link)
    • 8.3.2019: Südstadtpark in Nürnberg wird zu „Helene-Grünberg-Park“ (link)
    • 2017 openpetition: Umbenennung der Franz-Josef-Strauß-Brücke in Nürnberg in Helene-Grünberg-Brücke (link)
    • Die Frauen in der Nationalversammlung. Die ersten Parlamentarierinnen. Weimarer Republik (1918-1933) (Bundesarchiv)
    • Archiv der Arbeiter*innen- und Gewerkschaftbewegung (link)
    • Zur Geschichte des Frauenwahlrechts in Deutschland (link)
    • Frauengeschichte und Frauenleitbilder in der proletarischen Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“ (1891-1923) (link)

    interne links:

    Stand: 10.2023