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Jakobine Weigmann

Jakobinenstraße, Fürth/Bay.
Blick in die Südstadt

Eine andere Form der Stiftung möchte ich als „indirekte Stiftung“ bezeichnen: Ehemänner  oder andere männliche Angehörige sind nach außen hin die offiziellen Stifter. Aber diese handeln im Auftrag der Ehefrau, Mutter … bzw. sie sind aus vielfältigen anderen Gründen die Auslöserin für eine Stiftung.

Ein Beispiel dafür ist Jakobine Weigmann. Ihr Sohn trat 1867 ein Straßenareal zwischen der Nürnberger Straße und der Ludwigsbahn an die Stadt Fürth ab. Bedingung an diese Schenkung: die dort gelegene Haltestelle der Ludwigseisenbahn soll nach seiner Mutter benannt werden. Diese Benennung geschah dann 1877.

Bis heute ist sie die einzige Haltestelle auch im jetzigen Nürnberg-Fürther U-Bahnnetz, die nach einer Frau benannt ist.

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Catharina van Lierd

1636 – 1710

Frau-van-Lierd-Hof, Fürth/Bay.

Ermutigend, wie gegenseitige Wertschätzung zwischen Einheimischen und Zugezogenen gelingen kann, so dass heute niemand mehr auf die Idee der Fremdheit käme:

Catharina van Lierd (1636-1710) aus Frankfurt gehörte in Fürth zur Minderheit der reformierten Christen. Sie war  in zweiter Ehe mit dem damaligen Bürgermeister (des katholisch-dompröbstlichen Teils Fürth) van Lierd verheiratet (der aus den Niederlanden stammte).
Sehr viel mehr Fremdheit ging damals schon fast nicht mehr!

Sie und ihr Mann waren sehr stark sozial engagiert, finanziell großzügig und förderten die Toleranz gegenüber religiösen Minderheiten. Auch den Nürnberger „Pegnesischen Blumenorden“ unterstützten sie.

Im Volksmund wurde Frau van Lierd häufig auch die gütige Fee genannt. Und über ihren Hof sprechen die Fürther bis heute nicht distanziert vom „Frau-van-Lierd-Hof“, sondern gut Fürtherisch vom „Fraveliershuf“.

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Die Schwestern Balbierer

Elisabeth Kunigunde Balbierer (02.08.1804 – 25.12.1868)
Margarete Rosine Elisabeth Balbierer (30.04.1806 – 20.01.1869) und deren Halbschwester Magdalena Geck, genannt Balbierer (24.01.1799 – 26.01.1874)

typisches Haus in der Balbiererstraße
Balbiererstraße, Fürth/Bay.

Auch diese, lebenslang unverheirateten, Schwestern unterstützten Bedürftige und gründeten verschiedene Stiftungen.
Neben vielen Anderen unterstützten sie die „Kleinkinderbewahranstalt des Pfarrers Lehmus“, einen der ersten Kindergärten Deutschlands.
Nach dem Tod der Schwestern wurde mit ihrem geerbten Vermögen die „Geschwister Balbierersche Stiftung“ gegründet, eine Stiftung für unbescholtene Witwen und Waisen, sowie eine Brautstiftung.

Alle diese Stiftungen verloren leider durch den WK I vollständig ihren Wert.

Die Balbiererstraße wurde 1902 ihnen zu Ehren benannt.

Weiterführendes bei fürthwiki

Stand: 07.2023

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Katharina Margaretha Salome Dengler

1796 – 22.01.1882

Denglerstraße, Fürth/Bay.

Fürth/Bay. ist bekannt für seine vielen großzügigen Stifter. Ihre Namen sind im Alltag präsent. Fürther können auf Anhieb ein paar aufzählen.

Bei den Stifterinnen sieht es anders aus, obwohl Straßen nach ihnen benannt wurden. Ob das daran liegt, dass sie nicht in Steine investiert haben?

Katharina Margaretha Salome Dengler 
Sie gründete die „Melchior und Katharina Magaretha Salome Dengler’sche Conformandienstiftung“ zur Unterstützung von Konfirmanden und verarmten Witwen.
Durch die beiden WK verlor das Stiftungsvermögen leider seinen Wert und wurde aufgelöst.

Die Denglerstraße wurde 1898 nach ihr benannt.

Links:

intern:

  • Fürth Straßen (link)

Stand: 07.2023

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Bella Rosenkranz

16.10.1921 Fürth – 11.04.2017 Fürth

1938 in Fürth als angeblich jüdische Polin nach Polen deportiert.

Weiter führt sie ihr Weg in die Sowjetunion.

Sie überlebt mit viel Überlebenswillen, der Bereitschaft, jede sich bietende Gelegenheit beim Schopf zu packen und Neues zu lernen, Glück – und gelegentlich hilfsbereiten Menschen. Sie überlebt unmenschliche Behandlungen und Transporte, Schwerstarbeit Gulag, Gefängnisaufenthalte, …

1961 kann sie mit Hilfe des Roten Kreuzes nach Fürth zurückkehren.

Sie schrieb ihre Autobiographie „Bella – Odyssee einer Fürtherin in der Sowjetunion“. Sie engagierte sich in der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, half zugewanderten Juden beim Einleben in Deutschland, trat mit russischen und jüdischen Liedern auf, …

2011 bekam sie den Ehrenbrief der Stadt Fürth.

Nach dem Bekanntwerden der Rolle des ehemals (angesehenen) Fürther Archivdirektors Dr. A. Schwammberger während der NS-Zeit, speziell in Polen, beschloss der Fürther Stadtrat 2017, die nach ihm benannte Straße umzubenennen.
Seit 2018 heißt die Straße nun: Bella-Rosenkranz-Straße.

Links:

  • medienpraxis – Reportage: »Ich bin die Einzige, die übrig geblieben ist« – die Odyssee der Bella Rosenkranz (Text + Film)
  • Biografie in fürthwiki
  • Nürnberger Videoarchiv der Erinnerung – Text und dazugeöriges Video
  • ja: Wer war Bella Rosenkranz? FN 22.11.2017 (link)
  • Mehr zum ganzen Themenkomplex der Straßenumbenennung bei fuerthwiki
  • Traueranzeige NN 11.04.2017 (link)

intern:

  • Fürth Straßen (link)
  • Fürth Ehrenbrief (link)

Stand: 07.2023

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Marie Juchacz

15.03.1879 Landsberg an der Warthe – 28.01.1956 Düsseldorf

Bis 1913 arbeitete sie in verschiedenen Berufen, u.a. machte sie eine Lehre als Schneiderin. Nach der Trennung von ihrem Mann zog sie mit ihren beiden Kindern nach Berlin.

Sie gehörte zu den 37 Frauen, die 1919 in die Weimarer Nationalversammlung gewählt wurde. Am 19. Februar 1919 spricht sie dort als erste Frau/Parlamentarierin in einem deutschen Parlament.
Am 13. Dezember 1919 gründete sie mit weiteren Engagierten die AWO (Arbeiterwohlfahrt).

1935 floh sie über Frankreich nach New York. Dort gründete sie die Arbeiterwohlfahrt USA – Hilfe für die Opfer des Nationalsozialismus.

In vielen Städten sind Straßen nach ihr benannt, z. B. in Augsburg, Kaiserslautern, München, Potzdam, Wiesbaden.
In Nürnberg gibt es einen Marie-Juchacz-Park.
1969 und 2003 wurde jeweils eine Briefmarke mit ihrem Portrait und ihrem Namen herausgegeben.

Links (Auswahl):

intern:

Stand: 07.2023

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wenn’s nur so einfach wäre!

In der Metropolregion Nürnberg Straßen finden, die nach Frauen benannt sind!? Nichts einfacher als das.
Straßen raussuchen, Straßen mit Frauennamen finden, aufschreiben – fertig.

Waren Sie auch schon mal von den Begriffen Großraum Nürnberg, SENF und Metropolregion Nürnberg verwirrt? Welche Städte und Landkreise gehören wohl wozu? Also erst mal klären.
– Der Großraum Nürnberg umfasst grob das Gebiet um die Städte Schwabach, Erlangen, Nürnberg und Fürth.
– Die vier kreisfreien Städte im Großraum Nürnberg fasst man gerne nach den Anfangsbuchstaben der Orte zusammen: SENF (Schwabach, Erlangen, Nürnberg, Fürth)
– Die Metropolregion N ist eine von jetzt elf Europäischen Metropol-regionen in Deutschland. Sie ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Städten und Landkreisen. Sie umfasst z.Zt. ganz Mittel- und Oberfranken, den Landkreis Sonneberg/Thüringen, zwei Landkreise von Unterfranken, etwa die Hälfte der Oberpfalz. (Karte der Metropolregion)

Was sonst noch zu klären ist:

Straßen-Listen gibt es viele im Internet – nach verschiedenen Prioritäten zusammengestellt (z.B. nach PLZ, nach politischen Ordnungs-Grenzen, nach verschiedenen Geschäftszielen) und deshalb meist mit mehr oder weniger großen Lücken. Am vollständigsten fand ich die Listen von „https://strassen.openalfa.de/“, die sich von „openstreetmap“ (open source) speisen – außerdem sind sie nach politischen Ordnungs-Kriterien gelistet. Alles in allem habe ich pro Ort ca. vier Listen mit unterschiedlichen Prioritäten zu Rate gezogen – und natürlich eine „unendliche“ Zahl an weiteren Internetseiten.

Straßen mit Frauennamen: Hier sind große Überraschungen (positive und negative) vorprogrammiert.
Bei Straßennamen ohne Nennung eines (voll ausgeschriebenen) Vornamens:
– Mann oder Frau? (Nachdem Straßen immer nach Verstorbenen benannt werden, spielt bis jetzt die neue Kategorie „Diversität“ noch keine Rolle)
– Wirklich der Name einer historischen Person? Oder der einer Legende, einer Literaturfigur oder gar eines (ehemaligen) Gasthauses, eines geografischen Ortes (z.B. Bamberg, Adenau, Basel), ein Naturbegriff (z.B. Sonne, Winter)?
Theoretisch wären zumindest Ortsnamen auf Anhieb zu erkennen (nach Ort: Nürnberger Straße – nach Person: Nürnbergerstraße) Aber Internetlisten richten sich nicht immer nach dem DUDEN.
– Ist der Name gewählt nach einer Familie (z.B. Adelsfamilie), nach dem Vater oder der Tochter (Bsp.: Vater oder Tochter Lehmus), nach Ehepaaren …
– Gibt es im Ort/Landkreis tatsächlich zwei oder mehr Straßen mit dem selben Namen oder werden sie nur versch. geschrieben – in den Listen, in der Realität? ss/ß, t/th, f/ph, C./K., Bgm./Bürgermeister …
– Zu manchen Straßennamen finde ich nichts im Netz. Da braucht es Forschung in Archiven, ob in kommunalen Archiven, Zeitungsarchiven oder anderen Archiven. Diese Form der Forschung ist z.Zt. aber nicht mein Ziel für dieses Projekt.