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Jody Williams

Sie erhielt 1997 gemeinsam mit der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen, deren Sprecherin sie ist, den Friedensnobelpreis mit der Begründung „for their work for the banning and clearing of anti-personnel mines.“ [„für ihren Einsatz für das Verbot und die Räumung von Antipersonenminen.“]

Ihr Geburtsdatum: 09.10.1950
Sie studierte Englisch, Spanisch und Internationale Beziehungen.
Ihre Erfahrungen während des Bürgerkriegs in El Salvator prägen ihr weiteres Engagement. Als Vizedirektorin der „Medizinischen Hilfe für El Salvador“ war sie dafür zuständig, Kindern, die Arme und Beine (oft durch Landminen) verloren hatten, mit Prothesen zu versorgen.

Ab 1991 kämpft sie für ein Verbot von Landminen (eine Form der Streumunition). Zusammen mit dem Dachverband International Campaign to Ban Landmines (ICBL) gewinnt sie mindestens 1000 Organisationen weltweit, die ihre Forderung unterstützen. Am 03.12.1997 erreicht sie ein entscheidendes Ziel: 122 Nationen bestätigen in Ottawa einen Vertrag über das Verbot der Herstellung und des Gebrauchs von Landminen. Am 01.03.1999 trat die Ottawa-Konvention zur Ächtung von Antipersonenminen (die Menschen töten oder verstümmeln) in Kraft.

Leider wurde durch diesen Vertrag J. Williams Arbeit nicht überflüssig. Deshalb engagiert sie sich in vielen Organisationen mit verschiedenen Aufgabenstellungen in der Menschenrechtsarbeit weiter. Z.B. als Professorin an der Universität Houston. Oder als Leiterin einer UN-Mission, die Menschenrechtsverstöße in Darfur aufarbeiten soll, die in der seit 2003 andauernden bewaffneten Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Volksgruppen in Darfur und der sudanesischen Regierung in Khartum geschehen (sind).

Es gibt noch viele Staaten, die den Ottawa-Vertrag nicht unterschrieben haben und aktuell Landminen bzw. allgemein Streumunition einsetzen! Auch die weiterhin genutzten, noch nicht verbotenen sog. Antifahrzeugminen sind letztendlich Antipersonenminen.

ps: heute, am 07.10.2022, wurden die Preisträger des diesjährigen Friedensnobelpreises bekannt gegeben. Die Preisträger sind:

  • die russische Organisation Memorial mit Gründungsmitglied Irina Scherbakowa
  • die ukrainische Menschenrechtsorganisation Center for Civil Liberties
  • und Ales Bialiatski aus Belarus.