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"Südstadtgespräche"
am 08. November 2006
Pro und Contra:
Ein Badetag für Frauen

© dpa
Bewegter Seegang im Südstadtladen
Der Südstadtladen war mit multinationalem Publikum gut besucht
und das Podium hochkarätig besetzt mit:
Anke Wolters, Frauengesundheitstreff Bremen
Ulrike Hölldobler-Schäfer, Stadträtin,
CSU-Fraktion
Ida Hiller, Frauenbeauftragte Stadt Nürnberg
Gabriela Heinrich, Stadträtin, SPD-Fraktion
Thomas Friedmann, Leiter NürnbergBad
Annemarie Rufer/BZ und Leiterin des AK "Die
Südstädterin" moderierte souverän die
Veranstaltung, in der kontrovers von verschiedenen Standpunkten aus
diskutiert wurde.
Statements vom
Podium
Zunächst waren die verschiedenen Stellungnahmen der
eingeladenen Redner zu hören. Der Leiter des
NürnbergBad betonte, dass die Auslastung der
Hallenbäder zwar jetzt schon hoch ist und es organisatorisches
Geschick erfordert einen Frauenbadetag unterzubringen, er jedoch dem
Anliegen offen gegenüber steht, zumal die finanzielle Lage den
Verzicht auf eine Besuchergruppe eigentlich gar nicht zulässt.
Schnell wurde klar, dass die Hürde auf politischer Ebene
genommen werden muss. Und da gab es zumeist wohlwollende Meinungen wie
z.B. von Frau Gödelmann (Die Grünen), die im Publikum
vertreten war und sich sehr für unser Anliegen einsetzte.
Beinahe durchwegs war es Konsens, dass man dieses Angebot doch
zumindest einmal ausprobieren sollte, es müsse sich eben
finanziell rechtfertigen. Lediglich die CSU-Stadträtin Frau
Hölldobler-Schäfer vertrat die Meinung, man
könne nicht jahrzentelang Koedukation praktizieren wollen und
schlösse dann beim gemeinsamen Bad eine
Bevölkerungsgruppe aus. Das sei integrationsfeindlich und man
müsse ja schließlich auch familienfreundlich denken.
Das der Frauenbadetag Integration fördern kann schilderte uns
anschaulich eine Gastrednerin aus Bremen, die aus ihren Erfahrungen
berichtete...
Die Frauen
stehen Schlange....
Besonders interessant waren die Ausführungen von Frau Wolters,
einer Initiatorin eines Frauenbadetages in Bremen. Laut ihren
Ausführungen wurde dieses Angebot ein "Selbstläufer".
Die Bremer Frauen nutzen das Angebot zahlreich nicht nur zum Schwimmen,
sondern auch das zusätzliche kreative Gesundheitsangebot der
Initiatorinnen im Bad. Darüberhinaus hat sich dieser Tag zu
einem wichtigen interkulturellen Treffpunkt entwickelt, der
integrativen Charakter hat, weil er die Kommunikation fördert
und zur Verbesserung des Zusammenlebens verschiedener Kulturen im
Stadtteil und über die Stadtgrenzen hinaus beiträgt.
Musliminnen melden sich zu Wort
Das Publikum beteiligte sich rege
an der Diskussion und es kamen sehr viele kompetente Kommentare von
Frauen, die sich mit dem Thema aus den unterschiedlichsten
Gründen bereits intensiv auseinandergesetzt hatten. Eine
Schwimmlehrerin berichtete von ihren guten Erfahrungen zu Zeiten des
Volksbads, wo ein Frauentag existierte. Nach der
Schließung entfiel dieses Angebot, das auch viele Musliminen
nutzten, ersatzlos.
Aber
auch betroffene Muslimische Bürgerinnen
begrüßten den Frauenbadetag als ein attraktives
Angebot, da sie auf das gemischt-geschlechtliche Schwimmen sonst
generell verzichten wollen. Es wurde betont, dass das zwanglose Treffen
mit allen Kulturen erwünscht ist und frau sich auf ein Event
zum Entspannen und Kontakte pflegen freut. Auf einen Sichtschutz
würde man gern auch verzichten, wenn denn entsprechende
Badekleidung, die den ganzen Körper verhüllt,
akzeptiert werde.
Es kam eine ganze Bandbreite an Gründen zutage, die das
getrennte Schwimmen unterstützt, im übrigen auch von
spärlich erschienenen Männern, was zeigt, dass hier
ein Bedürfnis besteht, das bisher nicht erfüllt wird.
Facit: es lässt sich nicht wegreden - es ist einfach vielen
Frauen lieber unter sich zu baden, ohne Männer, warum auch
immer. Und schließlich sind wir ja die Hälfte der
Bevölkerung, warum soll es also dieses Angebot nicht
für uns geben...
Hier die wichtigsten Ergebnisse:
- aus Sicht der Leitung von
NürnbergBad steht der Einführung eines
Frauenschwimmtages nichts im Weg
- Alle politischen Fraktionen
außer der CSU sprechen sich für das
Ausprobieren eines Schwimmtages aus, entscheidend ist
letztendlich auch die Wirtschaftlichkeit und Annahme durch
die Frauen
- es ist kein Sichtschutz vorgesehen
- es wird zeitnah ein Antrag von Ida Hiller
zur Einführung eines Frauenschwimmtages gestellt
- Die Südstädterin hat
die bisher gesammelten Unterschriften mit der
Bitte um Unterstützung des Antrags auf
einen Frauenschwimmtag dem Oberbürgermeister Maly
übergeben. Wir freuen uns aber trotzdem über
jede weitere Unterschrift.
Pressestimmen
Allen Unkenrufen zum Trotz gab es für die Veranstaltung sogar
Lob und eine gute Berichterstattung von der Presse. Überzeugen
Sie sich selbst....
NZ, 10.11.06
Anzeiger,
15.11.06

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